Ein paar Monate war es recht ruhig um Erika Steinbach. Aktuell bringt die CDU-Abgeordnete mit einem rassistischen Tweet das Netz gegen sich auf.

Es ist wohl ein kalkulierter Eklat: Erika Steinbach hat nach ihrem Twitter-Aussetzer zu Helmut Schmidts Tod erneut in die Vollen gegriffen. Die CDU-Politikerin veröffentlichte ein Foto, das wohl aus ihrer Sicht die Zukunft Deutschlands illustrieren soll.

Zu sehen ist darauf ein weißblondes Kind, das von einer Gruppe dunkelhäutiger indischer Kinder umringt wird. Darüber steht zu lesen "Deutschland 2030", darunter die Frage "Woher kommst du denn?".

Zum wiederholten Mal unterstreicht Steinbach mit einem geschmacklosen Tweet, dass sie in der Flüchtlingskrise nicht mit Kanzlerin Angela Merkel (ebenfalls CDU) konform geht. Nach dem Tod von Helmut Schmidt hatte die Sprecherin für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der Unionsfraktion im Bundestag mit einem Zitat des Altkanzlers irritiert.

"Altkanzler Helmut Schmidt ist tot. Wir haben in unserer Fraktionssitzung seiner in Respekt gedacht", schrieb Steinbach vergangenen November nach Schmidts Tod. Dazu veröffentlichte sie ein aus dem Jahr 1981 stammendes Zitat.

"Wir können nicht mehr Ausländer verdauen, das gibt Mord und Totschlag", hatte Schmidt damals auf einer Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gesagt.

Harsche Kritik an Erika Steinbach

Schon nach dem Schmidt-Tweet fielen die Reaktionen heftig aus. Kritik an Steinbachs Posting folgt auch diesmal auf dem Fuß. "Ihr Sharepic ist widerlich, rassistisch, hetzerisch. Und kein Unterschied mehr zu rechten Parteien", beschwerte sich etwa die Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter.

Der Bundestagsabgeordnete Niema Movassat (DIE LINKE) urteilte: "Da verwischen die Grenzen zu Verschwörungstheoretikern, AfD und Rassisten."

Auch Grünen-Politiker Omid Nouripour meldete sich zu Wort und stellte die Absurdität des Postings heraus. "Sie wollen also die Rückeroberung der deutschen Kolonien, diesmal in Süd-Asien? Wissen Sie, was es den Steuerzahler kostete?", schrieb er.

Staatssekretär Ulrich Kelber (SPD) sah Grenzen verletzt: "Sie haben - wieder einmal - die feine Grenze von Rechtspopulismus zum Rassismus überschritten. Sie tun mir leid!"

SZ-Journalist Oliver Das Gupta bat Steinbach direkt um eine Erklärung: "Als Sohn eines indischen Vaters frage ich Sie: Was wollen Sie mit diesem Foto sagen?" Er bekam allerdings keine.

"Donald Trump + Beatrix von Storch = Erika Steinbach?", kommentierte Satiriker Jan Böhmermann auf Facebook.

Egal ob auf Twitter oder Facebook: Die Nutzer lassen kaum ein gutes Haar an dem Posting. Zwar verteidigen einige das Posting und wollen keinen Rassismus erkannt haben. Durch die Bank fallen die Kommentare allerdings so aus:

In einer früheren Version dieses Artikels ist uns in der Eile ein fürchterlich peinlicher Fehler unterlaufen. Wir haben Helmut Kohl und Helmut Schmidt verwechselt. Das tut uns sehr leid!