Finnland und Russland machen im Norden Europas die Grenze dicht: Nur noch eigene Staatsbürger dürfen passieren, Flüchtlinge sollen gestoppt werden.

Der Weg nach Mitteleuropa führt nicht nur über das Mittelmeer. Auch über Skandinavien schlagen sich manche Flüchtlinge durch - auf einem Weg, der als Eisroute bekannt geworden ist.

Jetzt haben Russland und Finnland vereinbart, keine Flüchtlinge mehr über ihre arktischen Grenzübergänge zu lassen. Die Präsidenten beider Länder, Wladimir Putin und Sauli Niinistö, beschlossen bei einem Treffen in Moskau, an den Übergängen Salla und Lotta-Raja-Jooseppi nur noch Finnen, Russen und Weißrussen durchzulassen. Das berichtete der finnische Fernsehsender YLE. Die Maßnahme soll zunächst 180 Tage gelten. Andere Grenzübergänge sind nicht betroffen.

Illegale Einwanderer stoppen

"Das Ziel dieser Einschränkungen ist, illegale Einwanderung zu verhindern", hieß es in einer Mitteilung des finnischen Präsidentenamts. Entsprechend seiner Verpflichtung gegenüber der Europäischen Union versuche das Mitgliedsland zu verhindern, dass eine neue Route für die illegale Einwanderung entstehe.

Neue Spannungen im Flüchtlingslager - Helfer ziehen Konsequenzen.

Finnlands 1340 Kilometer lange Grenze mit Russland markiert eine der Außengrenzen des Schengen-Raums. Im Januar und Februar 2016 kamen 1000 Flüchtlinge über Russland nach Finnland.

Auch über die noch weiter nördlich gelegenen norwegische Grenze mit Russland kommen Flüchtlinge. Rund 5500 Menschen - vor allem aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Iran - sind so im vergangenen Jahr in das Land gelangt.

Seit November kann Norwegen Asylbewerber, die in einem anderen, als "sicher" eingestuften Land bereits eine Aufenthaltserlaubnis haben, zurück in diese Länder bringen. Russland gilt als sicher.

Russland nimmt keine Asylbewerber aus Norwegen auf

Russland hat die Rücknahme von Asylbewerbern aus Nordnorwegen gestoppt. Moskau habe das mit Sicherheitsbedenken begründet, sagte Außenminister Børge Brende dem norwegischen Rundfunk am Rande des Weltwirtschaftsgipfels in Davos. "Russland wünscht Gespräche mit Norwegen über die Koordination der Rückkehr." Bis dahin werde das Land keine Flüchtlinge mehr über die Grenze bei Storskog bringen.

Die norwegische Regierung ziehe jetzt andere Möglichkeiten in Erwägung, die Flüchtlinge zurückzubringen, etwa mit Flugzeugen.

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