Die Lage im Flüchtlingslager Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze wird immer prekärer. Hunderte Flüchtlinge haben für die Öffnung der Grenze zu Mazedonien protestiert, ein Syrer tritt in Hungerstreik. Bei einem neun Jahre alten Flüchtlingskind wurde unterdessen Hepatitis A diagnostiziert.

Bei einem neun Jahre alten syrischen Flüchtlingskind haben griechische Ärzte am Freitag die Infektionskrankheit Hepatitis A diagnostiziert. Das teilte der griechische Flüchtlings-Krisenstab am Samstag und Berufung auf das griechische Zentrum für Seuchenbekämpfung und -prävention mit.

Bundespräsident spürt in Bautzen den Zorn mancher Bürger am eigenen Leib.

Das Kind werde in einem Krankenhaus in der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki behandelt, sein Zustand sei stabil.

Das Hepatitis-A-Virus kann eine akute Leberentzündung verursachen. Es bestehe keine Gefahr für die griechische Bevölkerung, heißt es in der Mitteilung weiter. Das Virus wird vornehmlich durch verunreinigtes Trinkwasser übertragen.

Protestaktionen in Idomeni nehmen zu

Hunderte Flüchtlinge haben am Samstag in der Nähe des griechischen Grenzortes Idomeni protestiert und die Öffnung der Grenze zu Mazedonien verlangt. Vor allem Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak setzten sich mit ihren Kindern auf die Bahngleise und skandierten "Öffnet die Grenze", wie ein AFP-Fotogaf berichtete.

Nach Schließung der Balkan-Route will Österreich Grenzsicherung ausbauen.

Im Zuge der Schließung der Balkanroute durch die Anrainerstaaten wurde vor einer Woche auch der Grenzübergang in Idomeni geschlossen; seither sitzen dort rund 14.000 Flüchtlinge unter schlimmsten Bedingungen fest.

Ein syrischer Flüchtling, der 44-jährige Nasim Serhan, trat in den Hungerstreik. Er ist mit drei Kindern unterwegs und will zu seiner krebskranken Frau und dem vierten Kind, die sich nach seinen Angaben in Deutschland aufhalten. "Ich möchte sie sehen, nur für einen Tag", sagte Serhan.

Flüchtlinge sollen in offizielle Aufnahmezentren

Der stellvertretende griechische Verteidigungsminister Dimitris Vitsas sagte, er hoffe, dass sich die Lage in Idomeni binnen einer Woche verbessern werde, ohne dass ein "Einsatz von Gewalt" nötig sei.

Die Regierung versuche, die festsitzenden Flüchtlinge davon zu überzeugen, dass sie sich in die über das Land verteilten Aufnahmezentren begeben sollten, sagte Vitsas dem Fernsehsender Mega.

Sie würden deshalb in auf Arabisch, Farsi und Paschtu verfassten Flugblättern informiert und aufgerufen, mit den griechischen Behörden zusammenzuarbeiten. (cai/afp)

Idomeni: Humanitäre Katastrophe mitten in Europa

Die Lage im Flüchtlingslager in Idomeni ist schrecklich. Tausende Menschen verharren dort in Schlamm, Müll und Kälte. Das UNHCR spricht von einer humanitären Katastrophe. Doch warum bleiben die Menschen? Wie viele sind es? Und wie soll es dort weitergehen? © 1&1 Mail & Media