Die schwedische Polizei hält Kriminalität im Zusammenhang mit Flüchtlingen laut einem Medienbericht geheim.

Schweiz, Dänemark, Deutschland: Wo Flüchtlinge ihr Geld abgeben müssen.

Informationen über Straftaten, bei denen Täter oder Opfer Asylbewerber sind, werden von schwedischen Beamten nach einem Bericht der Zeitung "Dagens Nyheter" mit dem Geheimhaltungscode "291" versehen.

"Nichts soll nach außen dringen"

In der internen Polizeianweisung, die der Zeitung nach eigenen Angaben vorliegt, soll es unter anderem heißen: "Nichts soll nach außen dringen."

Seit Ende Oktober 2015 werde jedes Verbrechen von und an Flüchtlingen mit diesem Code gekennzeichnet, darunter zum Beispiel auch Brände in Unterkünften für Asylbewerber.

Aber auch Arbeitsstunden der Polizei in der Flüchtlingssituation stünden unter Verschluss.

Polizeisprecher: Vorgehen "ungewöhnlich"

Ein Polizeisprecher begründete das Vorgehen der Zeitung gegenüber damit, dass es sich bei den Informationen um "Arbeitsmaterial für den täglichen Lagebericht" handle, nannte die Praxis aber selbst "ungewöhnlich".

Er sagte: "Normalerweise ist es kein Problem, wenn Journalisten nach Informationen über Anzeigen oder Ereignisse fragen."

Anweisung höchst umstritten

Innerhalb der Polizei ist die Anweisung laut "Dagens Nyheter" höchst umstritten. Die Zeitung zitierte Quellen, die von einer "beunruhigenden Verschleierung" sprachen.

Die schwedische Polizei steht im Kreuzfeuer der Kritik, seit Anfang des Jahres bekannt wurde, dass Informationen über Übergriffe gegen junge Frauen bei einem Musikfestival in Stockholm 2014 und 2015 zurückgehalten wurden.© dpa