Mitten im Flüchtlings-Poker der EU mit der Türkei meldet sich Hans-Werner Sinn zu Wort. Der Ifo-Chef spricht sich für einen Zuwanderungsstopp aus. Dabei warnt er vor den Konsequenzen einer unbegrenzten Migration.

Der scheidende Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hat sich gegen eine weitere Zuwanderung von Flüchtlingen nach Deutschland ausgesprochen.

"Die Migration der Bürgerkriegsflüchtlinge nach Europa sollte gestoppt werden", sagte Sinn der "Frankfurter Neuen Presse" vom Freitag.

Regierungschefs finden gemeinsame Position in der Flüchtlingskrise.

"Wenn wir alle Bürgerkriegsflüchtlinge aus Afrika mit der gleichen Begründung aufnehmen wollten, würden wir die Grenzen des technisch und soziologisch Machbaren um ein Vielfaches überschreiten."

Menschen vor Ort helfen

Man müsse den Leuten vor Ort oder in unmittelbaren Nachbarländern helfen, wo sie in Sicherheit seien, forderte der Ökonom. Das sehe auch die Genfer Flüchtlingskonvention so vor.

"Im Übrigen haben wir natürlich eine historische und auch im Grundgesetz verankerte Verpflichtung, den von Staaten politisch Verfolgten, also nicht den Bürgerkriegsflüchtlingen, Asyl zu gewähren."

Der Anteil dieser Menschen habe im vergangenen Jahr aber nur 0,7 Prozent der erledigten Anträge betragen.

Sinn steht seit 1999 an der Spitze des Ifo-Instituts. Der monatlich veröffentlichte Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtigster Frühindikator für die deutsche Wirtschaft.

Sinns Nachfolger wird im April der Mannheimer Wirtschaftsprofessor und Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Clemens Fuest.© dpa