Flüchtlinge in Deutschland warten teilweise mehr als ein Jahr auf die Prüfung ihres Asylantrags. Menschen aus dem Kosovo bekommen nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge durchschnittlich am schnellsten Bescheid. Ihre Asylverfahren sind oft schon innerhalb von drei Monaten beendet.

Das neue Asylpaket ist beschlossen. Asylverfahren sollen dem Plan der Bundesregierung zufolge durch ein Schnellverfahren nicht länger als drei Wochen dauern - doch ist das durchführbar?

Wie lange dauern Asylverfahren in Deutschland bisher?

Aktuell dauern die Asylverfahren im Norden und im Süden Deutschlands am längsten - nämlich in Schleswig-Holstein und in Baden-Württemberg. Mindestens ein halbes Jahr müssen Flüchtlinge auf die Ergebnisse der Bearbeitung ihrer Asylanträge warten.

Doch der Großteil der anderen Bundesländer ist ebenfalls nicht viel schneller: Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Thüringen, Sachsen, Brandenburg und Berlin prüfen im Durchschnitt zwischen fünf und sechs Monaten.

Die bayerischen Institutionen benötigen einen Monat weniger und in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und im Saarland dauern die Asylverfahren nicht mehr als vier Monate.

Dieses Diagramm zeigt die durchschnittliche Dauer von Asylverfahren, aufgeschlüsselt nach Bundesländern und Herkunftsstaaten.

Die Flüchtlinge, die am längsten auf die Antwort warten, ob sie bleiben dürfen, sind die aus den Staaten Pakistan, Eritrea und Afghanistan. Sie müssen sich teilweise über 15 Monate lang gedulden.

Auch die Flüchtlinge aus Nigeria und Irak warten durchschnittlich zwischen sieben und neun Monate auf ihre Aufenthaltserlaubnis oder Abschiebung.

Bei Mazedoniern und Syrern geht es etwas schneller: Innerhalb von vier bis fünf Monaten haben sie durchschnittlich ihre Antwort.

Und Asylbewerber aus Albanien, Serbien und dem Kosovo erfahren meist innerhalb von drei Monaten, ob sie in Deutschland bleiben dürfen.