Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) lehnt Pläne zur Begrenzung des Familiennachzugs für Syrien-Flüchtlinge ab. Die CSU hält dagegen und fordert eine Einschränkung des Familiennachzugs. Das Asylpaket II sieht zunächst einen Mittelweg vor.

Gegner der Flüchtlingspolitik verzichten auf Antrag zu Grenzschließung.

Schwesig sieht einen großen Fehler in der Begrenzung des Familiennachzugs für Syrien-Flüchtlinge. "Das wäre ein großer Fehler für die Integration", sagte die Bundesfamilienministerin der "Welt am Sonntag".

"Es ist etwas anderes, 100 Familien zu integrieren als 100 allein reisende Männer."

Kinder lebten sich schnell in Kita und Schule ein und bauten ihren Familien Brücken. "Wir müssen darauf achten, dass auch die Frauen an Integrationskursen teilnehmen – nicht nur die Männer.

CSU besteht weiter auf Einschränkung

Das Thema Gleichberechtigung werde bislang in den Kursen noch viel zu wenig beachtet, kritisierte Manuela Schwesig (SPD).

Die CSU besteht dagegen weiter auf einer Einschränkung des Familiennachzugs. "Wenn jeder Flüchtling im Schnitt nur drei Familienangehörige nachholt, würde das eine weitere Explosion der Flüchtlingszahlen bedeuten", sagte CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Das wäre eine Überforderung, denn wir haben die Kapazitätsgrenze bereits überschritten."

Wieso das westliche Bild von Syrien so nicht stimmt.

Koalition will Familiennachzug aussetzen

Die Koalition will den Familiennachzug für subsidiär Schutzbedürftige - vor allem Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien - für zwei Jahre aussetzen.

Dies ist Teil des Asylpakets II. Die konkrete Ausgestaltung ist zwischen Union und SPD noch umstritten.© dpa