Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) plädiert bei der Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU für geordnete Verhältnisse. Auch verteidigte er seinen Schwenk in der Flüchtlingspolitik als "Notwehr" und forderte erneut Angela Merkel zur Korrektur ihrer Politik auf.

Die Flüchtlinge dürften sich ihre Zielländer nicht selbst aussuchen, "sonst stehen wir vor einer unbewältigbaren Aufgabe", sagte Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) am Sonntagabend in der ORF-Sendung "Im Zentrum".

Österreichs Außenminister will "Durchwinken" beenden.

Die schutzbedürftigen Männer, Frauen und Kinder müssten direkt aus Verteilerzentren an der EU-Außengrenze auf die einzelnen Mitgliedsstaaten aufgeteilt werden.

Routen über Bulgarien oder Italien sichern

Wichtig sei nach der Schließung der Balkanroute etwaige Ausweichwege - über Bulgarien oder Italien - zu sichern. Nach Aussage des Kanzlers müssen entsprechende Vorbereitungen getroffen werden, bevor sich im Frühling wieder mehr Menschen auf den Weg nach Europa machen.

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Dramatische Zustände in Idomeni

Menschen stranden an der Grenze zwischen Mazedonien und Griechenland - denn: Die Balkanroute ist geschlossen.

Österreich sei nicht "das Wartezimmer Deutschlands", betonte Faymann. Die Einführung einer Obergrenze von 37.500 Asylbewerbern pro Jahr sei "Notwehr" gewesen, um Österreich nicht zu überfordern und das Schlimmste zu verhindern. Man müsse die Realität des Flüchtlingskrise anerkennen und Maßnahmen setzen: "Wer das nicht sieht, hat nichts über für Ordnung. Der braucht sich dann nicht wundern, wenn das nicht menschlich ausgeht", sagte Faymann.

Kanzlerin müsse einlenken

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) solle sich ein Beispiel an der Entscheidung Wiens nehmen und ebenfalls eine Obergrenze einführen: "Es ist wichtig, dass die Kanzlerin auf unseren Kurs einschwenkt." (dpa/af)