Die Schließung der Balkanroute hat Folgen: Am zuvor besonders frequentierten Grenzübergang Spielfeld in Österreich sind laut Behörden keine Flüchtlinge mehr zu verzeichnen. Auch in Deutschland sinkt die Zahl.

Die fast vollständige Schließung der Balkanroute hat die Zahl der Flüchtlinge an deutschen Grenzen auf einen Tiefstand gedrückt. An der Südgrenze Österreichs zu Slowenien sind am hochgerüsteten Grenzübergang Spielfeld seit Wochenbeginn überhaupt keine Flüchtlinge mehr eingereist.

An der Grenze rechnen die österreichischen Behörden nicht damit, "dass sich die Situation ändert", so ein Polizeisprecher. In der Vorwoche waren noch 1500 Frauen, Männer und Kinder an der Grenze angekommen. Die seit 19. Februar geltende Obergrenze von 80 Asylbewerbern und 3200 durchreisenden Flüchtlingen täglich sei noch nie überschritten worden. Die Polizei zog daher Personal vom Grenzübergang ab.

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Die deutsche Bundespolizei verzeichnete am Mittwoch den zweitniedrigsten Tageswert an erfassten Flüchtlingen im Jahr 2016. Es seien 125 Menschen im Bundesgebiet angekommen, davon 89 in Bayern, sagte ein Sprecher der Behörde am Donnerstag. Der Tagesdurchschnitt im März liegt derzeit bei knapp 313 Migranten.

Auch bei Kontrollen in Grenznähe nahm die Zahl der registrierten Flüchtlinge deutlich ab: Waren Mitte Februar noch mehr als 2000 Menschen bei grenznahen Kontrollen durch die Bundespolizei festgestellt worden, liegt die Zahl seit zwölf Tagen bei unter 600 pro Tag.

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Mehrere Balkanstaaten hatten, wie zuvor schon Mazedonien, ihre Grenzen für Flüchtlinge geschlossen. Mit den Grenzschließungen in Slowenien und Serbien am Dienstag gilt der Weg für Flüchtlinge, die von Griechenland aus nach Mitteleuropa gelangen wollen, als abgeschnitten.© SPIEGEL ONLINE