Diese Flucht wäre beinahe tödlich geendet: Nach einer stundenlangen Fahrt in einem Kühltransporter sind irakische Flüchtlinge von der Polizei in Kempen gerettet worden.

Unbemerkt vom Fahrer haben Schlepper eine Flüchtlingsfamilie und weitere Flüchtlinge aus dem Irak in den Laderaum eines Kühltransporters geschmuggelt und sie einer stundenlangen Fahrt bei drei Grad Celsius ausgesetzt. Die insgesamt zehn Flüchtlinge, darunter fünf Kinder im Alter von 8 Monaten bis 15 Jahren, wurden erst beim Entladen des Obsttransporters auf dem Firmengelände in Kempen am Niederrhein entdeckt.

Bis zu 200 Flüchtlinge gehen bei Massenschlägerei aufeinander los.

Sie seien zwar durchgefroren, "gesundheitliche Beeinträchtigungen" hätten jedoch nicht festgestellt werden können, teilte die Polizei in Viersen am Sonntag mit. Nach den Ermittlungen hatten Schleuser die Gruppe in Paris in den Laderaum geschmuggelt, während der Fahrer in seiner Kabine schlief. Eigentlich hätten die Flüchtlinge nach Großbritannien gewollt.

Der Fall weckt Erinnerungen an die Tragödie aus dem Herbst 2015: Damals waren 71 Flüchtlinge in einem Kühltransporter gestorben. Die Polizei fand den Lkw abgestellt auf der A4 in Österreich, für die Flüchtlinge kam jede Hilfe zu spät.© SPIEGEL ONLINE