Kontrollen an den deutschen Grenzen auf längere Zeit - wie von der Bundesregierung gewünscht - sind unmöglich. Der Bundes-Vize der Polizeigewerkschaft sieht die Beamten an ihrer Belastungsgrenze.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält die von Bundesinnenminister Thomas de Maizière angekündigte Verlängerung der Grenzkontrollen auf unbestimmte Zeit für nicht machbar.

"Für einen Zeitraum von vielleicht drei Wochen können wir das leisten, aber länger reichen die personellen Kräfte nicht aus", sagte GdP-Vize Jörg Radek der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Seit Mitte September wird die deutsch-österreichische Grenze kontrolliert. Radek sieht die Bundespolizei endgültig an ihrer Belastungsgrenze angekommen.

Zwei Millionen Überstunden

"Wir haben seitdem mehr als zwei Millionen Überstunden angehäuft, das ist der Gegenwert von 1.100 Einsatzkräften", sagte Radek. Andere Aufgaben kämen zu kurz - etwa Flughäfen zu schützen, Bahnhöfe zu überwachen oder Fußballspiele zu sichern.

Auch die geplante Aufstockung um 3.000 Stellen in den kommenden drei Jahren bringe der Bundespolizei aktuell wenig. "Das wird uns erst in drei Jahren helfen, wir können diese Leute ja nicht direkt einsetzen."

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Einen Einsatz der Bundeswehr an der Grenze lehnt der Bundes-Vize der Gewerkschaft indes ab. "Soldaten kennen die polizeiliche Praxis nicht. Dafür müsste man zudem die Verfassung ändern."

Seit Ende Oktober überlastet

Schon Ende Oktober hatten Gewerkschafter eine Überlastung der Bundespolizei beklagt und einen Einsatz von Tarifbeschäftigten gefordert, die kurzfristig eingestellt und geschult werden könnten.

Die Bundespolizei hat etwa 40.000 Mitarbeiter. Etwa 31.000 davon sind Vollzugsbeamte. Wegen der Flüchtlingskrise sind Bundespolizisten verstärkt im Ausland eingesetzt - etwa zur Unterstützung der EU-Grenzschutzagentur Frontex.

Viel Personal binden vor allem die Kontrollen an der Grenze zu Österreich. Dort sind momentan mehr als 2.000 Beamte im Einsatz - etwa viermal so viel wie zu normalen Zeiten. (ank)

Mit Material von dpa

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