Athen (dpa) - Die Lage im Flüchtlingslager von Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze und der Umgebung spitzt sich zu.

"Ich fürchte, es könnte zu einer Explosion kommen", sagte die Sprecherin des Rotes Kreuzes aus Idomeni, Despoina Filippidaki, der Deutschen Presse-Agentur.

"Einige Migranten - überwiegend junge Leute - blockieren Straßen und wir können unsere humanitäre Hilfe nur unter schwierigsten Bedingungen verteilen", fügte sie hinzu. Die Migranten wollen nach Mitteleuropa weiterfahren und protestieren gegen die Schließung der Grenze zu Mazedonien, der ersten Station der Balkanroute Richtung Norden.

Neue Spannungen im Flüchtlingslager - Helfer ziehen Konsequenzen.

Auch der Sprecher der Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF), Antonis Rigas, sagte im griechischen Fernsehen, viele Migranten seien mit den Nerven am Ende und hätten in den vergangenen Tagen Mitarbeiter humanitärer Organisationen bedroht.

"Wir mussten unsere Mitarbeiter abziehen. Heute werden wir versuchen, wieder ins Camp zu gehen", sagte Rigas am Donnerstag.

Reporter griechischer Medien haben beobachtet, dass sogenannte Aktivisten immer wieder den Migranten raten, Straßen zu blockieren, um die internationale Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Es seien die gleichen Leute, die vor zwei Wochen die Migranten zu einem Überschreiten der Grenze zu Mazedonien über unwegsames Gelände bewegt hatten, hieß es.

Unterdessen hat zum ersten Mal seit Monaten in den vergangenen 24 Stunden kein einziger Migrant von der türkischen Ägäisküste zu den griechischen Inseln übergesetzt. Das teilte der griechische Stab für die Flüchtlingskrise mit.

Die Behörden sind sich sicher: "Ursache ist ein schwerer Sturm, der gestern in unserer Region wütete", sagte ein Offizier der griechischen Küstenwache auf der Insel Chios der Deutschen Presse-Agentur.© dpa