Wer in der Schweiz Asyl sucht, muss alle Vermögenswerte über 1.000 Franken abtreten. Das sieht das Gesetz vor. Wer freiwillig wieder ausreist, bekommt das Geld angeblich zurück.

Asylsuchende in der Schweiz sind verpflichtet, bei der Einreise persönliche Vermögenswerte von mehr als 1.000 Franken (914 Euro) abzugeben, um sich an den Kosten für ihren Aufenthalt zu beteiligen. Dies schreibt das Asylgesetz vor, wie das Schweizer Fernsehen (SRF) Donnerstagabend berichtete.

Warum nur wenige abgelehnte Asylbewerber Deutschland verlassen.

Die SRF-Sendung "10 vor 10" zeigte einen syrischen Vater, der das Haus seiner Familie verkauft habe, um deren Flucht zu finanzieren und die Schlepperbanden bezahlen zu können. Bei der Ankunft in der Schweiz habe er noch rund 2.000 Franken bei sich gehabt.

"Ich durfte 1.000 Franken behalten, musste aber den Rest des Geldes abgeben und bekam eine Quittung dafür", berichtete der Syrer.

Beteiligung "soweit möglich"

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) in Bern bestätigte die Praxis. Das Gesetz schreibe vor, dass Flüchtlinge sich an Verfahrens- und Vollzugskosten beteiligen sowie Sozialhilfegelder zurückzahlen, soweit dies für sie möglich sei.

So müssten Flüchtlinge im Falle einer Arbeitsaufnahme zehn Prozent ihres Lohns abgeben. Dies gelte für maximal zehn Jahre beziehungsweise bis zu einer Gesamthöhe von 15'000 Franken, erklärte SEM-Sprecherin Léa Wertheimer.

Wer freiwillig innerhalb von sieben Monaten wieder ausreise, bekomme das eingezogene Geld zurück. © dpa

Die Stadt Bornheim verbietet Flüchtlingen den Zugang zum städtischen Bad. Angeblich sollen männliche Asylbewerber Besucherinnen und Angestellte über sexuell belästigt haben. Anzeigen bei der Polizei gibt es bisher keine, eine rechtliche Handhabe offenbar auch nicht.