Ungarns Regierungschef Viktor Orban hat Ungarns Kurs im Umgang mit der Flüchtlingskrise bekräftigt.

Kurz vor der umstrittenen Reise von CSU-Chef Horst Seehofer nach Budapest hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban erneut nationale Maßnahmen in der Flüchtlingspolitik befürwortet. "Es ist besser, separat zu handeln als gemeinsam untätig zu sein", sagte Orban am Freitag im ungarischen Staatsrundfunk.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) fordert hingegen eine europäische Lösung der Flüchtlingskrise.

Zustände wie die derzeitige Flüchtlingssituation an der mazedonisch-griechischen Grenze würde er "im Keim ersticken", sagte der nationalkonservative Politiker weiter. Es sei ihm "ein Rätsel", warum Athen überhaupt Flüchtlinge auf das griechische Festland bringe, die aus der Türkei auf den griechischen Inseln landen.

Ferner sei es "unlogisch", Russland dafür verantwortlich zu machen, dass Menschen aus Syrien vor Bombenangriffen fliehen.

Ungarn hat sich im vorigen Sommer und Herbst mit Zäunen an den Grenzen zu Serbien und Kroatien sowie mit schärferen Gesetzen gegen Flüchtlinge abgeschottet. Orbans Regierung bezeichnet die Mehrheit der Flüchtlinge als Wirtschaftsmigranten und deren überwiegend muslimische Religion als Gefahr.© dpa