Flüchtlinge müssen sich integrieren und die deutsche Werteordnung anerkennen - das hat Angela Merkel zum Abschluss des Landtagswahlkampfs bekräftigt. Energisch rechtfertigte die Kanzlerin ihre Entscheidungen in der Asylpolitik.

Einen Tag vor den wichtigen Landtagswahlen in drei Bundesländern hat Kanzlerin Angela Merkel ihre Flüchtlingspolitik noch einmal verteidigt.

Mit einem Auftritt von Angela Merkel hat die CDU in Baden-Württemberg ihren Landtagswahlkampf beendet. Den größten Teil ihrer Rede vor rund 1400 Zuhörern in Haigerloch widmete die Bundeskanzlerin der Flüchtlingspolitik.

Die CDU-Chefin rechtfertigte erneut ihren Beschluss vom September, als sie Zehntausenden syrischen Flüchtlingen die Einreise nach Deutschland gewährte. "Es gibt Situationen, so wie im vergangenen Herbst, in denen man keine lange Prinzipiendebatte führen kann", sagte Merkel.

Die Kanzlerin verlangte von den Flüchtlingen aber auch Bereitschaft zur Integration. "Ich finde, wir dürfen dann auch sagen, wir erwarten von den Flüchtlingen, dass sie diese Angebote auch annehmen", sagte Merkel. "Das ist eine Pflicht und keine Möglichkeit."

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Den stärksten Applaus erntete Merkel für ihre Forderung, Straftaten von Migranten nicht unter den Tisch fallen zu lassen. "Es war verheerend, dass am Silvesterabend der Eindruck entstanden ist, wenn Flüchtlinge kriminelle Taten verüben, dann soll man darüber nicht sprechen", sagte die Kanzlerin.

Außerdem betonte Merkel, dass sich Flüchtlinge an die deutsche Werteordnung halten müssten: "Wenn jemand meint, man muss von einer Frau nichts annehmen, dann ist man einfach im falschen Land."

Es war der letzte von insgesamt acht Auftritten der CDU-Chefin im baden-württembergischen Landtagswahlkampf. Der Partei drohen herbe Verluste bei der Landtagswahl am Sonntag. In Umfragen lag die CDU zuletzt deutlich hinter den Grünen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf und der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl riefen die Parteianhänger dazu auf, sich nicht von den schlechten Ergebnissen in Wahlumfragen täuschen zu lassen.

Auf die Frage, wie sie sich auf die Wahlergebnisse am Sonntag vorbereitet, sagte Merkel: "Ich werde die Daumen drücken."

Nicht nur in Baden-Württemberg, auch in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt finden Landtagswahlen statt. Insgesamt sind rund 13 Millionen Menschen wahlberechtigt. Die Abstimmungen gelten als Vertrauenstest für die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung.

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