Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann tritt einmal mehr für eine deutsche Obergrenze ein. Seiner Ansicht nach könnte sich die Flüchtlingskrise dadurch entspannen.

Eine Asyl-Obergrenze in Deutschland wäre aus Sicht von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) ein wesentlicher Beitrag zur Eindämmung der Flüchtlingskrise.

Flüchtlingskrise ist nach Ansicht der Ministerin nicht nur Europas Sache.

Solange der "deutsche Nachbar keine Zahl nennt, die er sich vorstellen kann, die er tatsächlich schaffen kann, (...) bleibt das ein Hin- und Her-Geschiebe von Problemen zwischen nationalen Grenzen und Einzellösungen", sagte Faymann am Dienstag in Wien.

Analog zu der von Österreich festgelegten Quote könnte ein Limit für Deutschland bei 400.000 Asylbewerbern liegen.

Merkel lehnt Obergrenze strikt ab

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt eine Obergrenze strikt ab, wie sie auch CSU-Chef Horst Seehofer seit Wochen fordert.

Faymann sagte, wenn Deutschland eine jährliche Obergrenze festlegen und Menschen von der EU-Außengrenze abholen würde, minderte das die Hoffnung der Flüchtlinge über irgendeine Route nach Deutschland zu gelangen. "Je klarer die Worte sind, umso hilfreicher ist es."

Das auf dem EU-Sondergipfel in Brüssel diskutierte Verfahren, Flüchtlinge im Mittelmeer abzufangen, in die Türkei zurückzubringen und von dort zu verteilen, hält Faymann für politisch und rechtlich zweifelhaft.

Dieses Vorgehen hänge stark vom Kooperationswillen der Türkei ab. "Es ist ein Vorteil, mit der Türkei den Grenzschutz zu organisieren, nur dauerhaft darauf verlassen kann man sich nicht."© dpa

Geht die EU an der Flüchtlingskrise zugrunde? Diese Frage stand Montagabend bei der Puls4 Talk-Sendung "Pro und Contra" im Raum. Und hätte man die dort vorherrschende Diskussionskultur als Spiegelbild des Zustandes der innereuropäischen Zusammenarbeit betrachtet, so müsste die Antwort ein klares "Ja" sein.