Im Vorstand der AfD gilt Parteichefin Frauke Petry als zunehmend isoliert. Dafür gibt es nun ein weiteres Indiz - sie stellt die Zusammenarbeit mit Parteipressesprecher Christian Lüth ein.

Bundesvorstand reagiert auf Berichte über Kontakte zu Rechtsradikalen.

Frauke Petry wird nicht mehr vom Pressesprecher der AfD-Bundesführung, Christian Lüth, vertreten. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Die übrigen Mitglieder des Bundesvorstands seien dieser Entscheidung nicht gefolgt, die Parteispitze spricht also nicht mehr mit einer Stimme. Petry habe sich entschieden, die Pressearbeit für ihre Person selbst in die Hand zu nehmen.

Petry begründete ihre Entscheidung mit Kritik an Lüths Arbeit, die übrigen Bundesvorstandsmitglieder schlossen sich dieser Kritik nach Informationen der Zeitung jedoch nicht an. Lüth bestätigte den Vorgang auf Anfrage: "Ich arbeite sehr gerne mit Frauke Petry zusammen. Trotzdem hat sie sich entschieden, die Pressearbeit für ihre Person selbst in die Hand zu nehmen. Ich spreche nun als Bundespressesprecher für die zwölf anderen Bundesvorstandsmitglieder", sagte Lüth der "FAZ".

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Nach einem Interview von Petry und ihrem Lebensgefährten Marcus Pretzell in der Zeitschrift "Bunte", in dem Petry die AfD-Bundesvorstandsmitglieder Beatrix von Storch und Alexander Gauland scharf kritisiert hatte, hatte das Bundesvorstandsmitglied André Poggenburg bereits gesagt: "Man merkt daran die Spannungen, die da sind."

Das Verhältnis Petrys zu Teilen der eigenen Partei ist seit Längerem gestört. Auch in der Parteiführung war die Amtsführung von Petry zuletzt immer offener kritisiert worden. Ihr wird vorgehalten, sich nicht an Absprachen zu halten oder Alleingänge zu starten.© SPIEGEL ONLINE