Frauke Petry lässt zwei Sendetermine beim ZDF-"Morgenmagazin" platzen. Warum? Darüber wurde in den vergangenen Tagen viel spekuliert. Nun erklärt sich die AfD-Chefin via Pressemitteilung. Dabei giftet sie scharf gegen MoMa-Moderatorin Dunja Hayali - und das ZDF schießt zurück.

Viel Aufregung um Frauke Petry: Nach dem Wahlerfolg der AfD hat das ZDF-"Morgenmagazin" Frauke Petry am Montag zum Interview geladen. Erschienen war sie nicht. Einen möglichen Folgetermin ließ die 40-Jährige sausen.

Nach Spekulationen über die Gründe, meldete sich die AfD-Chefin am Mittwoch zu Wort. Dem ZDF und der Moderatorin Dunja Hayali wirft sie in einer Pressemitteilung mangelnde Professionalität in der Berichterstattung vor.

Der Sender wiederum lässt sich das nicht bieten und schießt zurück. "Frau Petry versucht mit ihrer Pressemitteilung von eigenen Versäumnissen abzulenken", sagt Thomas Fuhrmann, Redaktionsleiter des "ZDF-Morgenmagazins" auf Nachfrage unserer Redaktion.

Fakt sei, die AfD-Vorsitzende sei nicht zum vereinbarten Interview erschienen. Man werde sie aber auch in Zukunft in die Sendung einladen, "wann immer es einen journalistischen Anlass gibt".

Eiertanz um ZDF-Auftritt

Was war passiert und warum hat sich Petry so aufregt? Das ZDF und Dunja Hayali hatten öffentlich über den geplatzten Interview-Termin berichtet. Petry wirft dem Sender vor, die Angelegenheit über ihr Fernbleiben über Twitter und andere Online-Medien "skandalieren" lassen zu wollen.

"Solange vor allem öffentlich-rechtliche Fernsehsender ihren Auftrag, so neutral wie möglich das pluralistische Meinungsbild darzustellen, dadurch missverstehen, in dem sie offensichtliche Politaktivisten wie Dunya Hayali ein derartige breites öffentliches Forum bieten, ist mein persönliches Interesse, in diesem Rahmen über die aufstrebende Alternative für Deutschland zu berichten, deutlich reduziert."

Petry bezeichnet Hayali als "politischen Aktivistin". Sie sprach der Moderatorin, die gerade eben erst für ihre journalistische Arbeit mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde, auch Professionalität im Journalismus ab.

Hayali habe Probleme damit, "ihre journalistische Arbeit in einem aus Steuergeldern finanzierten Sender von ihrer politischen Einstellung zu trennen".

Thomas Fuhrmann kontert: "Die Morgenmagazin-Moderatorin Dunja Hayali als 'politische Aktivistin' zu bezeichnen, ist abwegig".

Mann, der AfD-Frau einst unterrichtete, bezichtigt die Politikerin der Lüge.

Dunja Hayali äußert sich auf Facebook

Dem Verbalangriff Petrys ging tags zuvor ein Post von Hayali voraus. Die Moderatorin erklärte auf Facebook, dass die Kommunikation mit der AfD wegen Petrys Auftritt "über SMS und Telefon" gelaufen sei. Hayali widersprach dabei der AfD-Darstellung, ein Hackerangriff habe die Kommunikation lahmgelegt - und Petry sei deswegen nicht erschienen.

"Weder wurde dabei ein DDoS-Angriff, noch technische Probleme beim E-Mail-Versand erwähnt. Unsere Kommunikation lief über SMS und Telefon. Daraufhin haben wir die AfD-Chefin für den Dienstag erneut eingeladen. Diese Anfrage hat sie abgelehnt und auf Termingründe hingewiesen", schreibt die Journalistin.

Zum Zwist zwischen Petry und dem ZDF hat sich jetzt auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) eingeschaltet. Er nimmt die ZDF-Moderatorin Dunya Hayali vor Angriffen der AfD in Schutz. "Dunya Hayali ist eine renommierte Journalistin, die zwischen ihrem persönlichen Engagement als Staatsbürgerin und ihrer journalistischen Tätigkeit zu differenzieren weiß", erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. (far)