Seit Monaten sorgt der IS mit Videos von Hinrichtungen und Siegeszügen durch eroberte syrische Dörfer für Schlagzeilen. Die Kämpfer des Islamischen Staats verstecken sich nicht, stellen ihre Erfolge offen zur Schau. Die Drahtzieher der Terrormiliz dagegen sind weit weniger präsent als es beispielsweise der ehemalige Anführer von Al Kaida, Osama bin Laden, war. Wer sind die Köpfe und Protagonisten hinter dem IS-Terror?

Abu Mussab al-Sarkawi

Die Terrormiliz Islamischer Staat ist für die Vereinigten Staaten kein neuer Feind. Bereits 2003 während des Irakkriegs kämpfen islamistische Terror-Gruppen gegen die USA und verbreiten durch Selbstmordanschläge Angst und Schrecken. Eine dieser Organisationen war die "Gemeinschaft für Tauhid und Dschihad", 2003 gegründet vom jordanischen Dschihadisten Abu Mussab al-Sarkawi. Sarkawi war selbst der Führungsriege von Al Kaida zu radikal. Nach zahlreichen Namensänderungen entstand aus der Terrorgruppe die Terrormiliz Islamischer Staat. Schon damals arbeitete die "Gemeinschaft für Tauhid und Dschihad" mit ähnlich grausamen Methoden wie der IS heute: Hinrichtungen von Zivilisten werden gefilmt und veröffentlicht sowie unzählige Bombenanschläge verübt, vor allem in Bagdad. Ihr Gründer Sarkawi wird im Jahr 2006 als gesuchter Topterrorist von US-Spezialkräften getötet.

Abu Bakr al-Baghdadi

Der neue Anführer des dschihadistisch-salafistischen IS ist seit 2010 Abu Bakr al-Baghdadi, der sich selbst im Juni 2014 den Herrschertitel Kalif Ibrahim gab. Um sein Ziel von der Errichtung eines Kalifats zu verwirklichen, weitete Baghdadi die Aktivitäten des IS vom Irak bis nach nach Syrien aus. Seit Anfang des Jahres distanzierte sich Al Kaida offiziell vom IS, der nun als militanteste Gruppe von Islamisten in Syrien gilt. Bereits seit 2011 gehört Baghdadi zu einem der meistgesuchten internationalen Terroristen.

Denis Mamadou Gerhard Cuspert

Er ist wohl der bekannteste Dschihadist aus Deutschland: Denis Cuspert. Der ehemalige deutsche Rapper (bekannt unter dem Namen "Deso Dogg") ist heute eine der Hauptpersonen des Al Hayat Media Centers, der Medienorganisation des IS. Dadurch hat er angeblich auch Kontakt zur IS-Führungsebene. In seinen Videos posiert Cuspert u.a. neben Leichen und ruft Deutsche zum Dschihad in Syrien auf. Diese Aktionen brachten Cuspert ein durch die UNO verhängtes Reiseverbot und ein Verbot für Spendensammlungen ein.

Mehdi Nemmouche

Der Franzose Mehdi Nemmouche beteiligte sich ein Jahr in Syrien am Kampf des IS. Zurück in Europa tötete der Dschihadist im Mai 2014 vier Menschen bei einem Anschlag auf ein jüdisches Museum in Brüssel. Der Fall Nemmouche löste in Europa eine Diskussion darüber aus, welche Gefahr von Syrien-Heimkehrern ausgehen kann. Die Angst ist, dass Kämpfer fundamentalistisch-terroristischer Gruppen als ausgebildete Extremisten nach ihrer Rückkehr auch Anschläge in ihren Heimatländern in Europa verüben könnten. Die EU-Innenminister diskutierten bereits über den verbesserten Austausch von Informationen zwischen den Geheimdiensten. Außerdem stellen sie sich die Frage darüber, wie man die Radikalisierungsprozesse besser verstehen kann.

Abdel-Majed Abdel Bary

Abdel-Majed Abdel Bary soll der Mörder des US-Journalisten James Foley sein: Der 23 Jahre alte Rapper aus London wurde vom britischen Geheimdienst anhand seiner Stimme im Video der Hinrichtung Foleys identifiziert. Zudem twitterte Bary im Sommer ein Foto, auf dem er stolz einen abgetrennten Kopf hochhält. Schätzungen zufolge sind bereits rund 500 Extremisten aus Großbritannien in den Dschihad nach Syrien und in den Irak gezogen.

Frauen des Dschihad

Seit mehreren Monaten häufen sich die Vermisstenanzeigen besorgter Eltern in Europa, deren Töchter womöglich nach Syrien ausgereist sind, um für den IS zu kämpfen. Eine von ihnen ist die 17-jährige Sahra Ali Mehenni aus einer Kleinstadt in Frankreich. Sie ist eine von ungefähr hundert Mädchen und jungen Frauen, das ihr Land in den vergangenen 18 Monaten verließ, um sich in Syrien dem Dschihad anzuschließen. Doch der Zulauf kommt nicht nur aus Frankreich: Ein Beispiel aus Deutschland ist die erst 15-jährige Sarah O. aus Konstanz. Sie heiratete noch vor ihrem 16. Geburtstag einen IS-Kämpfer in Syrien und wird nun selbst an der Waffe ausgebildet. Bilder im Internet zeigen Sarah, wie sie mit der schwarzen Fahne des IS posiert.