Berlin (dpa) - Nach einer Razzia gegen eine mutmaßliche islamistische Terrorzelle will die Polizei weitere Details bekanntgeben.

Die Ermittler wollen heute ein Foto von einem der vier Anhänger der Terrormiliz IS veröffentlichen, die im Verdacht stehen, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben.

Auf dem Foto sollen auch Waffen zu sehen sein. Bei den Durchsuchungen am Donnerstag in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen waren nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft keine "gefährlichen Gegenstände" gefunden worden.

Die vier verdächtigen Algerier im Alter zwischen 26 und 49 Jahren haben womöglich einen Anschlag in der deutschen Hauptstadt geplant. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen wurde ihr Vorhaben im Frühstadium durchkreuzt, konkrete Anschlagsziele waren noch nicht ausgekundschaftet.

Es gebe zwar weiter eine "abstrakt hohe Terrorgefahr", aber keine konkreten Anschlagsziele, sagte Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) am Donnerstag in der RBB-"Abendschau". Medien hatten berichtet, die mutmaßlichen Terroristen hätten einen Terroranschlag am Alexanderplatz oder am "Checkpoint Charlie" geplant. "Das ist etwas, was wir überhaupt nicht bestätigen können - weder was den "Alex" betrifft, noch was den "Checkpoint Charlie" betrifft", sagte Henkel dazu - und: "Ein bisschen Zurückhaltung in der Frage wäre angebracht - statt Hysterie."

"Zum Glück gibt es wohl offensichtlich keine Hinweise auf konkrete Gefahren in unserer Stadt", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstag in einer Fragestunde im RBB-Rundfunk. "Insofern bleibt es bei der Sensibilität, die wir ja leider schon seit einigen Monaten haben müssen aufgrund der internationalen Vorfälle."

Nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen hatten sich die verdächtigen Islamisten in Telefonaten über mögliche Anschlagsziele in Berlin unterhalten. Demnach sollen sie auch beraten haben, ob der "Checkpoint Charlie" im Stadtzentrum ein lohnenswertes Angriffsziel sein könnte. Der frühere Grenzkontrollpunkt zwischen Ost und West ist ein Touristenmagnet.

Eine Verbindung zu den Terrorwarnungen an Silvester in München oder zur Absage eines Fußball-Länderspiels in Hannover im November sei derzeit nicht zu erkennen, hieß es in Sicherheitskreisen. Auch konkrete Hinweise auf geplante Anschläge gegen Karnevalsumzüge gab es bei den Behörden nicht. In Sicherheitskreisen wurde ein solcher Zusammenhang aber auch nicht ausgeschlossen.© dpa