Die nordrhein-westfälische Landesregierung will nach den Silvester-Übergriffen in Köln mehr Polizisten einsetzen. Die Zahl der Beamten solle schnell um 500 erhöht werden, kündigte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) in einer Sondersitzung des Landtags an.

Da die Ausbildung neuer Polizisten drei Jahre dauere, werde die Landesregierung ausscheidende Beamten bitten, freiwillig länger im Dienst zu bleiben, sagte Kraft. Außerdem sollen die Beamten von Verwaltungsarbeiten entlastet werden, um mehr Präsenz auf der Straße zeigen zu können.

Unsicherheitsgefühl weckt gefährliches Interesse an Selbstschutz im Alltag.

Daneben werde NRW nicht mehr über die getroffenen Vereinbarungen hinaus Einsatzhundertschaften in andere Bundesländer schicken.

Zu den zahlreichen sexuellen Übergriffen auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht sagte Kraft: "Es ist ein schlimmer Eindruck, der da entstanden ist. Der Eindruck, der Staat habe das Heft des Handelns für ein paar Stunden verloren."

Es tue ihr persönlich "unendlich leid, dass dies geschehen konnte". Zur Ergreifung der Täter sollen hohen Belohnungen für Tippgeber ausgesetzt werden.© dpa

Die Ausschreitungen von Köln verunsichern Befürworter und Gegner der deutschen Asylpolitik. Aber die neue "Willkommenskultur", auf die viele Deutsche stolz sind, wird sich dadurch nicht wieder verflüchtigen. Denn die deutsche Zivilgesellschaft ist stärker.