Mehr als 450 Extremisten seien bisher aus Deutschland ausgereist, mutmaßlich, um für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu kämpfen. Das sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen im Gespräch mit "N24".

Demnach seien auch rund 120 Extremisten wieder nach Deutschland zurückgekehrt. "Erschreckend ist, dass die Leute wohl in Teilen absolut verroht sind", sagte Maaßen im Fernsehinterview. "Das sind Personen, die wahrscheinlich schwere oder schwerste Verbrechen begangen haben. Und Personen, die einmal einen Mord begangen haben, sind sicherlich in der Lage, auch hier in Deutschland schwere Straftaten zu begehen. Das erfüllt uns mit Sorge."

Maaßen: Nur ein Teil der Rückkehrer ist desillusioniert

Der Verfassungsschutz gehe davon aus, dass nur ein Teil der Rückkehrer desillusioniert sei. Der überwiegende Teil finde es immer noch "gut" und "cool", so Maaßen. Häufig handele es sich dabei um junge Menschen mit "Entwicklungsbrüchen", die sich in Deutschland ausgegrenzt fühlten und bei den Dschihadisten Anschluss und Anerkennung gefunden haben.

Mindestens 25 von ihnen sollen in Kämpfe verwickelt gewesen sein oder ließen sich ausbilden. Nach Angaben des Verfassungsschutzes sind bisher etwa 40 Deutsche im Irak oder Syrien getötet worden. Zudem haben mindestens fünf junge Männer aus Deutschland als Selbstmordattentäter Menschen in Syrien und im Irak in den Tod gerissen.

Grund zur Angst sieht der Verfassungsschutz-Präsident aber nicht. "Wir stehen seit vielen Jahren im Fokus des internationalen islamistischen Terrors, auch diesmal. Ich glaube, wir haben die Sache ganz gut im Griff", erklärte Maaßen bei "N24". (kab/com/dpa)