Barack Obama und seine Verbündeten können Erfolge im Kampf gegen den IS verzeichnen. Die bislang stärksten Luftangriffe in Syrien haben nach US-Angaben einigen hundert IS-Kämpfern das Leben gekostet. Die Dschihadisten reagieren indes mit einem neuen Terrorvideo. Ein deutscher Dschihadist droht darin Kanzlerin Angela Merkel.

Im Internet hat die Dschihadisten-Gruppe "Islamischer Staat" ein neues Hetz-Video veröffentlicht, das an die USA gerichtet ist. Darin droht ein bekannter IS-Terrorist aus Nordrhein-Westfalen Angela Merkel und anderen europäischen Staatsoberhäuptern, berichtet "Welt Online".

Die Zeitung veröffentlichte mehrere Zitate von dem Mann, der sich "Abu Dawud" nennt. Unter anderem droht der Islamist in dem zirka zehnminütigen Video: "Wir warten auf euch! Seit 1.400 Jahren warten wir auf euch".

Deutscher Dschihadist droht Angela Merkel

Auch andere europäische Staatsoberhäupter greift der Terrorist an: "Das Gleiche gilt für euch, ihr Deutschen! Die schmutzige Merkel! Nachdem du deine Geschenke abgegeben hast an Israel. Versammelt ihr euch alle! Hollande, Cameron, Putin! Versammelt euch gegen die Muslime. Ihr werdet nur verlieren!"

So funktioniert die Terror-Propaganda des Islamischen Staats.

Wie die "Welt" weiter berichtet, ruft "Abu Dawud" in dem Video zugleich "Geschwister in Deutschland, Österreich, in der Schweiz" auf, sich dem IS anzuschließen. "Sitzt nicht mit den Schmutzigen! (...) Kämpft auf dem Weg Allahs!", predigt der Radikale.

Nach "Welt"-Informationen soll es sich bei "Abu Dawud" um den Konvertiten Michael N. aus Gladbeck handeln. In Sicherheitskreisen soll er als "islamistischer Gefährder" gelten. N. soll dem Bericht zufolge eine Führungsperson der inzwischen verbotenen Salafisten-Organisation "Millatu Ibrahim" gewesen sein.

Der Salafist soll häufig in der gleichnamigen Moschee in Solingen gepredigt haben und im Sommer 2012 mit seiner Ehefrau nach Ägypten ausgereist sein. Wie die Zeitung schreibt, soll sich N. danach kurz in Libyen aufgehalten haben, bevor er sich in Syrien dem IS anschloss.

Der kurdische Präsident Masud Barzani hat mit dramatischen Worten mehr Unterstützung aus dem Westen für den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) und um Kobane gefordert. Sonst drohe ein Massaker in der umkämpften Stadt an der syrisch-türkischen Grenze. Vor allem die Türkei müsse mehr tun, um die "IS-Monster" zu stoppen.

Schwerste Luftangriffe auf IS

Derweil sind die USA mehr denn je entschlossen, den IS zu bezwingen und schwören ihre Verbündeten auf einen langen Kampf gegen die Terror-Miliz ein. Nach einem Strategietreffen mit mehr als 20 Militärchefs des Bündnisses gegen die Terrormiliz sagte US-Präsident Barack Obama, es habe im Kampf gegen die Dschihadisten einige "wichtige Fortschritte" gegeben.

Die Mitglieder der Koalition seien aber auf einen langen Krieg vorbereitet. "Es gibt keine schnelle Lösung. Wir befinden uns noch in der frühen Phase. Wie bei jedem Militäreinsatz wird es Tage des Fortschritts und Perioden des Rückschritts geben. Aber unsere Koalition ist gemeinsam diesem Langzeit-Einsatz verpflichtet."

Nach den bislang stärksten Luftangriffen auf die IS-Miliz haben die Kurden mit Hilfe der internationalen Koalition weiter Boden gutgemacht. Nach Angaben kurdischer Aktivisten zeigten die Luftschläge auf Positionen der Dschihadisten in der umkämpften syrischen Grenzstadt Kobane Wirkung. Die Militärallianz hat nach US-Angaben mehrere hundert Kämpfer der Dschihadistengruppe getötet. Dennoch bestehe weiterhin die Gefahr, dass die Stadt gänzlich in die Hände der Extremisten falle, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby. Kurdenpräsident Massud Barsani rief den Westen zu mehr Hilfe im Kampf gegen den IS auf.

Warum die Terrormiliz ohne politische Strategie kaum zu stoppen ist.

Hunderte IS-Kämpfer getötet

"Wir gehen davon aus, dass wir in und rund um Kobane einige hundert IS-Kämpfer getötet haben", sagte Kirby auf einer Pressekonferenz. Demnach verließ die Mehrheit der Zivilbevölkerung mittlerweile die umkämpfte Stadt an der Grenze zur Türkei. Nur noch wenige hundert Zivilisten seien in Kobane.

Die humanitäre Lage in der Stadt nahe der türkischen Grenze sei aber weiterhin dramatisch, hieß es am Mittwoch. Idris Nassan, Vize-Sprecher für Auswärtige Angelegenheiten in Kobane, sagte der dpa, dass verletzte Kämpfer aus Mangel an Arzneimitteln nur unzureichend versorgt werden könnten. Auch fehle es an sauberem Wasser; Lebensmittel würden immer knapper.

Die Kurden fordern zur Versorgung der Kämpfer einen Schutzkorridor über türkisches Territorium zwischen Kobane und anderen kurdischen Enklaven an der syrischen Grenze. Die Türkei lehnt das ab. (far/dpa/afp)