Washington (dpa) - Die US-Republikaner haben gute Chancen, bei den Kongresswahlen sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat zu erobern. Die Folge wäre eine Machtverschiebung zwischen dem Kongress und der Regierung von US-Präsident Barack Obama.

Anbei eine Auflistung, was sich ändern könnte.

Szenarien:

- Eins geht davon aus, dass die Falken unter Republikanern sowie Demokraten weiter auf Konfrontation gehen und die Zeichen bei Reformen auf Stillstand stehen.

- Das andere Szenario beschreibt die Möglichkeit, dass Senatoren beider Lager in Einzelfragen und bei Minireformen zusammenarbeiten.

Präsident Obama:

- Bislang konnte die Mehrheit demokratischer Senatoren Gesetzesinitiativen aus dem Repräsentantenhaus blocken.

- Ohne eigene Hausmacht ist Obama bei der Gesetzgebung nur noch in der Defensive. Im Extremfall kann er nur sein Veto einlegen.

Innenpolitik:

- Ernennungen hochrangiger Regierungsbeamter, Bundesangestellter wie Richter oder Mitglieder der Zentralbank, aber auch von Botschaftern müssen vom Senat abgesegnet werden. Obama ist auf die Republikaner angewiesen.

- Vorsitze in einflussreichen Kongresskomitees werden von Republikanern besetzt.

- Eine Zusammenarbeit wäre 2015 notwendig, wenn der Kongress über Ausgaben, Haushalt, Defizit und Schuldenobergrenze berät.

Außen- und Sicherheitspolitik:

- bleibt die Domäne des Präsidenten. Angesichts eines mangelhaften Krisenmanagements wechselt er möglicherweise Sicherheitsberater aus.

- Gut möglich, dass die Republikaner in den Atomverhandlungen mit dem Iran querschießen. Obama müsste notfalls sein Veto einlegen.

- Zusammenarbeit möglich: Ein neues Gesetz, mit dem der Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) autorisiert wird.

Wirtschaft und Handel:

- Eine Kongressmehrheit der Republikaner könnte Obama möglicherweise beim Abschluss eines Freihandelsabkommen mit der EU sogar helfen.

- Zusammenarbeit wäre beispielsweise in Bereichen der Steuergesetzgebung möglich, beispielsweise bei einer Reform der Unternehmenssteuer.

Umwelt:

- Republikaner befürworten die umstrittene Keystone-XL-Pipeline, die Ölfelder in Kanada mit texanischen Häfen am Golf von Mexiko verbinden soll.

- Die Republikaner wollen die Umweltbehörde entweder ganz abschaffen oder ihr aber Zügel anlegen.© dpa