Gut eine Woche nach seinem umstrittenen Besuch bei Russlands Präsident Wladimir Putin hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) auch den Dialog mir dem russischen Regierungschef Dmitri Medwedew gesucht. Die beiden trafen sich am Samstag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz zu einem Gespräch.

Anschließend wählte der CSU-Chef deutlich kritischere Worte gegenüber Russland als noch in der vergangenen Woche in Moskau. Er bekräftigte zwar seine Forderung nach einer Intensivierung des Dialogs – man dürfe aber auch nicht verschweigen, "was uns stört".

Ministerpräsident bezeichnet Beziehung zum Westen als verdorben.

Mit Blick auf die russischen Luftangriffe in Syrien sagte Seehofer: "Ein Bombardement gegenüber der Zivilbevölkerung ist inakzeptabel. Da brauchen wir gar nicht diskutieren. Das muss man ihnen auch sagen – sag' ich auch." Er betonte aber: "Das darf die Bemühungen für eine friedliche Lösung jetzt nicht stoppen oder zusätzlich erschweren."

Seehofer gerät vor Sicherheitskonferenz in Polizeikontrolle

Zum Treffen wäre Seehofer beinahe zu spät erschienen. Die strikten Polizeikontrollen waren Schuld. Als sich der CSU-Politiker ins Konferenzhotel fahren ließ, wurde sein Fahrzeug gestoppt und kontrolliert. Er selbst habe zwar nicht aussteigen müssen, seine Sicherheitsbeamten hätten aber die Ausweise zeigen müssen, hieß es.

Seehofer kam deshalb gerade noch pünktlich. Der CSU-Chef nahm's gelassen - und war sogar sichtlich amüsiert: "Ich bin übrigens als Ministerpräsident in meinem eigenen Land noch nie so kontrolliert worden wie heute", berichtete er Medwedew, betonte allerdings sogleich: "Aber das ist in Ordnung so." Es sei ja gut, dass während der Sicherheitskonferenz alle gleich behandelt würden.

(dpa/tfr)