Bonn (dpa) - Der Salafismus ist eine religiöse und politische Bewegung des Islam. Seine Anhänger sehen sich als Hüter der Religion, sie haben aber nur eine kleine Minderheit der Muslime hinter sich. In ganz Deutschland zählen die Salafisten knapp 4.000 Anhänger.

Vor allem junge Männer werden von den einfachen Antworten der salafistischen Aktivisten in den Bann gezogen. Zu ihrem Dress-Code gehören Bart und lange, knöchelfreie Gewänder oder Hosen. In den vergangenen Jahren entstanden viele Gruppen und missionarisch aktive Netzwerke um Prediger. Der Salafismus ist die am stärksten wachsende islamistische Gruppe in Deutschland. Der NRW-Verfassungsschutz rechnet damit, das die Zahl der von ihm erfassten Salafisten bis Jahresende auf mehr als 1.000 steigt.

Die Salafisten verstehen den Islam nicht als Religion, sondern viel weitergehend als göttliches Ordnungs- und Herrschaftssystem. Die im Grundgesetz verankerte Demokratie gilt damit als nicht vereinbar, denn Gesetze kommen nach ihrer Lesart nur von Gott. Teile der Bewegung stehen beim Verfassungsschutz im Verdacht, ein Sammelbecken für gewaltbereiten Islamismus zu sein und Verbindungen zu Terrornetzwerken zu pflegen.