Jakarta (dpa) - Nach dem Terroranschlag in Indonesien mit sieben Toten fahndet die Polizei mit Hochdruck nach weiteren potenziellen Attentätern. Einige Botschaften blieben in der Hauptstadt Jakarta aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Im ganzen Land wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Besonders viele Kontrollen gab es in der Nähe von Botschaften, Regierungsgebäuden und Einkaufszentren, wie der Sprecher der nationalen Polizei, Anton Charliyan, sagte.

Drei Verdächtige wurden festgenommen. Es stellte sich aber nach Polizeiangaben heraus, dass sie mit den Anschlägen von Donnerstag nichts zu tun hatten. Auch im indonesischen Teil der Insel Borneo wurde ein mutmaßlicher Extremist festgenommen.

Fünf Attentäter hatten mitten im Zentrum der Millionenstadt mit Sprengstoff und Waffen ein Café und eine Polizeistation überfallen. Zwei Passanten kamen ums Leben. Zwei Täter sprengten sich nach Angaben der Polizei in die Luft, die anderen starben bei Schusswechseln mit der Polizei. Die Polizei machte die Terrormiliz "Islamischer Staat" für den Anschlag verantwortlich. Die Terroristen bekannten sich auf einschlägigen Webseiten auch dazu.

"Wir fahnden nach Terrorzellen und Einzeltätern", sagte Polizeichef Tito Karvavian. Unter anderem suche die Polizei Sympathisanten eines indonesischen Kämpfers der IS-Terrormiliz in Syrien. Der Mann, Bahrun Naim, hatte die Terroranschläge in Paris in November in sozialen Medien gerühmt und versucht, seine Landsleute zu ähnlichen Attacken anzustacheln. Einige der Attentäter von Donnerstag wurden nach Angaben aus Polizeikreisen identifiziert. Nähere Angaben machten die Ermittler aber zunächst nicht.

In New York verurteilte der UN-Sicherheitsrat den Anschlag in Jakarta. Das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen würdigte den Einsatz der Polizei, die innerhalb von Minuten am Tatort war und Passanten in Sicherheit brachte. Angesichts der jüngsten Terrorattacken in verschiedenen Weltregionen seien die Mitglieder des Sicherheitsrats tief besorgt über die andauernde Bedrohung des Friedens durch den IS und andere Extremisten, hieß es. Bei einem Terroranschlag am Dienstag in Istanbul waren zehn Deutsche getötet worden.© dpa