Zum achten Mal in Folge organisierte das Bündnis der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" ("Pegida") am Montag eine Demonstration. Diesmal kamen so viele wie noch nie: rund 10.000 Menschen. Führende Innenpolitiker zeigen sich besorgt über die "ausländerfeindliche Hetze und islamfeindliche Agitation" des Bündnisses.

Unter den Innenministern wächst die Besorgnis über die sogenannte "Pegida"-Bewegung gegen eine angebliche "Islamisierung des Abendlandes". "Die Initiatoren schüren mit ausländerfeindlicher Hetze und islamfeindlicher Agitation Vorurteile und Ängste", sagte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Ralf Jäger (SPD), der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

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19 000 in Dresden bei Demos für und gegen Flüchtlingszuzug

Mit Blick auf die ebenfalls anti-islamisch auftretende Gruppe "Hooligans gegen Salafisten" ("HoGeSa") kündigte der nordrhein-westfälische Ressortchef eine Untersuchung zur Zusammensetzung und Motivation an. Dieses Thema stehe auch auf dem Programm der Ministerkonferenz in dieser Woche.

Wolfgang Bosbach warnt Bürger vor "Pegida"

Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach warnte die Bürger in der Zeitung vor einer Teilnahme an "Pegida"-Demonstrationen: "Man sollte sich nicht für extreme politische Ziele instrumentalisieren lassen, die man selbst nicht teilt."

Warum Protestmärsche gegen den Islam an Zulauf gewinnen.

Das "Pegida"-Bündnis organisiert seit acht Wochen immer montags eine Demonstration gegen die angebliche "Islamisierung des Abendlandes". Es tritt unter anderem für eine Verschärfung des Asylrechts ein. In Dresden beteiligten sich am Montagabend nach Polizeiangaben 10.000 Menschen an der wöchentlichen "Pegida"-Demonstration, so viele wie noch nie. Zugleich gingen rund 9.000 Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus auf die Straße. Nur vereinzelt kam es zu Zusammenstößen zwischen en Demonstranten. Insgesamt war die Polizei mit rund 1.200 Beamten aus mehreren Bundesländern im Einsatz.

Auch in Düsseldorf rief "Pegida" zu einer Kundgebung auf. Statt der erwarteten 2.000 Menschen kamen dort aber nur 400. Zu Gegendemonstrationen kamen nach Polizeiangaben hingegen mit 1.100 Personen fast dreimal so viele. (cai/dpa)