Die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) hat nach eigenen Angaben den US-Bürger Peter Kassig enthauptet. In einem auf islamistischen Internetseiten veröffentlichten Video ist ein maskierter Mann zu sehen, der behauptet, Kassig ermordet zu haben.

Die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Bernadette Meehan, erklärte dazu am Sonntag: "Die Geheimdienste arbeiteten auf Hochtouren, um die Echtheit des Videos zu ermitteln." Sie fügte hinzu: "Falls sich die Angaben bestätigen sollten, sind wir erschüttert über die brutale Ermordung eines unschuldigen amerikanischen Entwicklungshelfers und drücken seiner Familie und seinen Freunden unser tiefstes Mitgefühl aus."

Botschaft an Barack Obama

Neben dem mutmaßlichen Täter ist ein abgeschlagener Kopf zu sehen. In dem Video werden auch weitere Enthauptungen gezeigt. Ein vermummter Dschihadist richtet in englischer Sprache eine Botschaft an US-Präsident Barak Obama, in der er sagt, dass den US-Truppen ähnliches widerfahren werde. Erneut machte die Terrorgruppe ihre Expansionsansprüche deutlich: auf Saudi-Arabien, Libyen oder auch Europa.

Bei Kassig handelt es sich um einen 26 Jahre alten ehemaligen US-Soldaten, der in der Türkei eine Hilfsorganisation für die Opfer des syrischen Bürgerkriegs gründete. Nach Angaben seiner Familie wurde er Anfang Oktober vergangenen Jahre verschleppt.

Geisel trat zum Islam über

Er leistete nach Angaben der "Washington Post" 2007 Armeedienst im Irak. Nach seinem ehrenhaften Ausscheiden aus dem Armeedienst aus medizinischen Gründen habe Kassig begonnen, Politikwissenschaft zu studieren. Er beteiligte sich an Hilfsprojekten für Syrien. Der aus Indianapolis (Indiana) stammende Kassig trat während seiner Gefangenschaft zum Islam über, wie der Sender CNN berichtete.

Kassig war zuletzt am Ende eines IS-Videos zu sehen, in dem die Enthauptung des Briten Alan Henning gezeigt wurde. Die in den vorangegangenen Hinrichtungsvideos jeweils zum Ende gezeigten westlichen Geiseln sind von IS-Milizionären getötet worden.

Die Echtheit des Videos konnte am Sonntag von unabhängiger Seite zunächst nicht überprüft werden. (AFP/dpa)© dpa