"Tornado"-Aufklärungsjets der Bundeswehr haben ihren Einsatz gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien von der Türkei aus begonnen. Die Bundeswehr beteiligt sich mit mehreren Waffensystemen an dem Krieg.

Die ersten beiden Flugzeuge haben am Freitag ihren Einsatz geflogen und sind nach Angaben eines Bundeswehrsprechers wieder sicher auf der Nato-Luftwaffenbasis Incirlik in der Türkei gelandet: "Sie haben ihren Auftrag ausgeführt."

Auch wenn die Flugzeuge keine IS-Stellungen bombardieren sollen, sondern nur der Aufklärung dienen, gilt der Syrien-Einsatz als eine der heikelsten Missionen in der Geschichte der Bundeswehr. Das Mandat gilt bis Ende 2016.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Kampf-Einsatz.

Wie läuft der Einsatz ab?

In der Anfangsphase ist laut eines Bundeswehr-Sprechers täglich ein Flug vom türkischen Nato-Stützpunkt Incirlik mit zwei "Tornados" geplant. Diese Frequenz könne sich später erhöhen.

Bereits seit Dienstag sind vier "Tornado"-Aufklärer in Incirlik, jeweils zwei vom schleswig-holsteinischen Fliegerhorst Jagel und vom Fliegerhorst Büchel in der Eifel.

Mitte Januar soll die Zahl der deutschen "Tornados" auf sechs steigen. Die Flugzeuge dienen nur der Aufklärung und bombardieren selber keine IS-Stellungen.

Deutschland unterstützt mit dem "Tornado"-Einsatz die internationale Militärkoalition gegen den IS.

Zu ihrem Einsatzraum zählen nach Bundeswehr-Angaben Syrien und der Irak. Luftangriffe auf den IS fliegen US-amerikanische, britische, französische und arabische Flugzeuge. Zudem fliegen russische Jets Angriffe unabhängig von der internationalen Allianz.

Womit kämpft die Bundeswehr?

"TORNADOS" sind zweisitzige Kampfflugzeuge. Die Bundeswehr hat derzeit 66 Stück in Betrieb, von denen allerdings viele nicht einsatzbereit sind.

Die Basisversion ist für Luftangriffe und zur Unterstützung von Bodentruppen aus der Luft konzipiert, ein Teil davon speziell für die Aufklärung gerüstet. Aufklärungs-"Tornados" kamen zum Beispiel auch im Balkankonflikt und in Afghanistan zum Einsatz.

Aufklärungs-Tornado der Bundeswehr.

TANKFLUGZEUGE: Ein Tankflugzeug der Luftwaffe unterstützt Kampfjets der internationalen Koalition gegen den IS mit Treibstoff. Der auf der Frachtversion aufbauende Airbus A310 MRTT verfügt über vier im unteren Laderaum eingebaute Zusatztanks. Dadurch kann er bis zu 72 Tonnen Flugbenzin aufnehmen und bis zu 45 Tonnen abgeben.

Die FREGATTE "AUGSBURG" aus Wilhelmshaven schützt den französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle".

Laut Marine ist die "Augsburg" für den Kampf gegen Bedrohungen unter Wasser, über Wasser und aus der Luft gerüstet. Sie war bereits am EU-Einsatz zur Rettung von Flüchtlingen vor der libyschen Küste und zur Bekämpfung der Schleuserkriminalität im Mittelmeer beteiligt.

Seitenansicht der Fregatte "Augsburg" mit Bewaffnung.

Wie viele Soldaten sind im Einsatz?

Alleine in Incirlik sind inzwischen knapp 200 deutsche Soldaten im Einsatz. Im Nordirak bilden Bundeswehr-Soldaten kurdische Peschmerga im Kampf gegen den IS aus.

Insgesamt wird sich die Bundeswehr mit 1.200 Soldaten am Kampf gegen die Terrormiliz IS beteiligen. Der Bundestag hatte den Einsatz als Konsequenz aus den Terroranschlägen von Paris am 13. November mit 130 Todesopfern beschlossen. Zu den Bluttaten hatte sich der IS bekannt.

Wo genau ist die Bundeswehr stationiert?

Karte zur Stationierung deutscher Soldaten rund um Syrien im Einsatz gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat".
Mit Material der dpa