Berlin (dpa) - Altkanzler Helmut Kohl (CDU) beklagt die Isolation Russlands in der Ukraine-Krise. Der Westen hätte sich klüger verhalten können, schreibt Kohl nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" in seinem neuen Buch "Aus Sorge um Europa".

Darin kritisiere er insbesondere, dass sich die führenden Industrienationen im Juni als G7 ohne Russland getroffen hätten. Das habe er als "einschneidend und auch bedrückend" empfunden.

Als Kanzler hatte Kohl 1998 die Aufnahme Russlands in die Gruppe durchgesetzt. Er schreibe weiter: "Im Ergebnis müssen der Westen genauso wie Russland und die Ukraine aufpassen, dass wir nicht alles verspielen, was wir schon einmal erreicht hatten."

Kohl und der neue EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wollen das Buch an diesem Montag in Frankfurt vorstellen.© dpa