München (dpa) - Rund 70 Jahre nach dem Tod Adolf Hitlers ist seine Hetzschrift "Mein Kampf" als kritisch kommentierte Ausgabe auf dem Buchmarkt. Das Münchner Institut für Zeitgeschichte will mit der zweibändigen Edition das jahrzehntelang verbotene Buch entmystifizieren.

"Sie enttarnt die von Hitler gestreuten Falschinformationen und seine Lügen und macht jene zahllosen Halbwahrheiten kenntlich, die auf propagandistische Wirkung zielten", erläuterte Institutsdirektor Andreas Wirsching bei der Vorstellung am Freitag in München.

Das Buch stößt auch international auf großes Interesse. Wirsching sprach von 15 000 Vorbestellungen für die zweibändige Ausgabe, die das Institut im Eigenverlag für 59 Euro verkauft. Die ursprüngliche Auflage von 4000 Stück wurde erhöht. Unkommentierte Neuauflagen von "Mein Kampf" bleiben in Deutschland verboten.

Das kommentierte Werk ist aber auch umstritten. Kritiker befürchten unter anderem, dass so nationalsozialistisches Gedankengut weiterverbreitet wird. Der jüdische Weltkongress etwa erklärte, er halte die Ausgabe für unnötig. Es wäre besser gewesen, Hitlers Buch im "Giftschrank de Geschichte" zu lassen.© dpa