Athen/Idomeni (dpa) - Die mazedonische Polizei hat am Mittwoch und Donnerstag insgesamt 510 Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak aus Griechenland einreisen lassen.

480 kamen nach griechischen Medienberichten am Mittwoch über die Grenze; in der Nacht durften weitere 30 Personen einreisen. "Die Grenze ist jetzt wieder geschlossen", berichteten Reporter vor Ort am Donnerstagmorgen. Aus offiziellen Quellen lagen keine Angaben vor.

Auf der griechischen Seite der Grenze harren Tausende Menschen aus. Sie hoffen, dass Mazedonien doch noch seinen Grenzzaun für alle Migranten öffnet. Griechische Medien schätzten die Zahl der bei Idomeni wartenden Migranten auf mehr als 11.000.

Die Migranten hätten angefangen, den Korridoren zwischen ihren Zelten Straßennamen zu geben, berichteten Reporter im griechischen Nachrichtensender Skai. Nach und nach nehme das provisorische Zeltlager bei Idomeni die Konturen eines Dorfes an. Der Sender zeigte Bilder eines Friseurs, der Migranten rasierte.

Doch die Lage bleibt nach Berichten humanitärer Organisationen dramatisch. Migranten errichteten ein symbolisches Kindergrab mit der Aufschrift "Unsere Kinder sind nicht durch Bomben, sondern durch die Kälte hier gestorben". Viele Menschen seien erkältet, darunter viele Kinder. Es bestehe die Gefahr, dass es zu Lungenentzündungen komme, sagten Ärzte im griechischen Rundfunk. © dpa