Brüssel (dpa) - Nach den von Frankreichs Premierminister Manuel Valls ausgelösten Irritationen über die Pariser Haltung zur deutschen Flüchtlingspolitik ist Kanzlerin Angela Merkel mit Präsident François Hollande zusammenkommen. Sie trafen sich am Rande des EU-Gipfels in Brüssel.

Merkel hatte zuvor angekündigt, mit Hollande sowie dem amtierenden EU-Ratspräsidenten, dem niederländischen Regierungschef Mark Rutte, über die Flüchtlingspolitik bilateral zu sprechen.

Valls hatte die Aufnahme weiterer Flüchtlinge über die zugesagten 30 000 hinaus ausgeschlossen und die von Merkel verfolgte Politik der offenen Grenzen für Frankreich langfristig als nicht tragbar bezeichnet.

Hollande wollte ursprünglich erstmals persönlich an Verhandlungen mit der Türkei über eine mögliche Übernahme von Flüchtlingskontingenten teilnehmen. Das Treffen dieses Clubs der Willigen wurde aber wegen des Anschlags in der Türkei vom Vorabend abgesagt. Weil alle 28 EU-Staaten keine gemeinsame Linie finden, hat sich eine Gruppe von Ländern zu den Verhandlungen zusammengefunden.

Frankreichs Regierung steht unter besonderem Druck wegen des Höhenflugs der rechtsextremen Front National. Im kommenden Jahr stehen in Frankreich Präsidentschaftswahlen an.© dpa