Und zum Schluss die obligatorische brennende US-Fahne: Nordkorea hat ein Propagandavideo veröffentlicht, das einen Atomschlag auf die US-Hauptstadt zeigt.

Es ist die neuste Propaganda-Attacke Kim Jong Uns auf die USA: Nordkorea hat in einem Video einen Atomangriff auf Amerika simuliert. In dem am Samstag veröffentlichten vierminütigen Film wird die Geschichte der US-koreanischen Beziehungen dargestellt - bevor am Ende in einer Animation eine Atomrakete vor dem Lincoln-Denkmal in der US-Hauptstadt Washington einschlägt.

Das Kapitol, in dem beide Kammern des US-Kongresses untergebracht sind, wackelt und explodiert durch den Einschlag. Das Filmchen endet mit der brennenden US-Fahne und dem Getöse kitschiger Marschmusik. Im Bild wird auf Koreanisch der Satz eingeblendet: "Wenn US-Imperialisten sich nur einen Zentimeter auf uns zubewegen, werden wir sie umgehend mit Atomwaffen angreifen."

Das Video wurde auf einer nordkoreanischen Propaganda-Website veröffentlicht. Es zeigt unter anderem Bilder aus dem Koreakrieg, die Gefangennahme des US-Spionageschiffs "Pueblo" 1968 und Bilder zum Atomkonflikt.

In den vergangenen Wochen intensivierte Nordkorea seine Propaganda-Attacken auf die USA. Die Spannungen zwischen beiden Ländern nahmen seit dem vierten Atomwaffentest Nordkoreas im Januar wieder deutlich zu.

"Gnadenlos feindselige Kräfte treffen"

Mitte März probten die USA zusammen mit Südkorea in einem riesigen Manöver die Erstürmung Nordkoreas . Kurz danach verschärfte US-Präsident Barack Obama Sanktionen gegen Pjöngjang. Nordkorea reagierte mit weiteren Waffentests und feuerte Kurz- und Mittelstreckenraketen ab.

Bereits am Donnerstag ließ Kim Jong Un über nordkoreanische Staatsmedien verlauten, man habe bei der Raketenentwicklung Fortschritte erzielt und erfolgreich einen Triebwerkstest für Feststoffraketen unternommen. Der Test werde helfen, "die Leistung ballistischer Raketen zu steigern, die gnadenlos feindselige Kräfte treffen können", so der Machthaber. Die Entwicklung von Feststoffraketentriebwerken wäre aus der Sicht Südkoreas und der USA ein weiterer gefährlicher Schritt Nordkoreas auf dem Weg zum Bau von atomwaffenfähigen Langstreckenraketen.

Am Samstag folgte dann das Propagandavideo. Südkoreanische Aktivisten verbreiteten noch am selben Tag Tausende regimekritische Flugblätter im Nachbarland Nordkorea. Sie nutzten wie bereits bei früheren derartigen Aktionen Gas-Luftballons, um sie über die streng bewachte Grenze zu bringen. In den kommenden drei Monaten wollen die konservativen Aktivisten nach eigenen Angaben weitere Flugblätter im Norden verteilen, insgesamt sollen es zehn Millionen Flyer sein.© SPIEGEL ONLINE