Havanna (dpa) - Am Rande des Besuch von US-Präsident Barack Obama im sozialistischen Kuba sind nach Angaben von Aktivisten rund 180 Oppositionelle vorübergehend festgenommen und zum Teil von der Polizei geschlagen worden.

"Wir schätzen, dass es rund 180 waren", sagte Elizardo Sánchez, Chef der verbotenen Kubanischen Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung, am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf Festnahmen nach einer Demonstration am Sonntag. Die meisten sind inzwischen wieder frei. "Sie blieben bis zum späten Abend gestern im Arrest, einige wurden brutal geschlagen und haben geblutet", sagte Sánchez.

Allein rund 50 Frauen der sogenannten "Damas de Blanco" ("Frauen in Weiß") seien zeitweise festgehalten worden, berichtete deren Chefin Berta Soler. Die Frauen setzen sich für Meinungsfreiheit und politische Reformen ein, auch am Rande des Papstbesuches im September 2015 kamen viele von ihnen zeitweise in Arrest.

Viele Dissidenten wurden nach Angaben von Oppositionellen aufgefordert, während des bis Dienstag dauernden Obama-Besuchs das Haus nicht zu verlassen. Obama will Menschenrechtsverletzungen nach eigenen Angaben auch gegenüber Staatschef Raúl ansprechen - die USA setzen durch die Annäherung an Kuba auf einen Wandel. © dpa