Donezk (dpa) - Eine von Präsident Petro Poroschenko ausgerufene Waffenruhe hat vorerst zu einer Beruhigung der Lage in der Ostukraine geführt. Die für Dienstag erklärte Feuerpause werde eingehalten, teilten die Aufständischen im Gebiet Lugansk mit.

Dennoch berichteten beide Seiten von einzelnen Verstößen. Trotz einer Anfang September von den Konfliktparteien vereinbarten Waffenruhe war in der Ostukraine auch zuletzt fast jeden Tag gekämpft worden. Dabei wurden mehr als 1000 Menschen getötet.

Die Separatisten in Donezk berichteten von vereinzelten Schüssen an dem seit Monaten geschlossenen und belagerten Flughafen der Großstadt. Nach Darstellung der ukrainischen Armee wurde der von Präsident Poroschenko erklärte "Tag der Ruhe" in den ersten drei Stunden sechsmal von den Separatisten gebrochen. Innerhalb von 24 Stunden seien mindestens sechs Soldaten getötet worden.

Beide Seiten hatten am Morgen den Beginn der Ruhephase bestätigt. Unklar war, wie lange die Waffen schweigen sollten. Generalstabschef Viktor Muschenko sagte in Kiew, der Zeitrahmen sei nicht festgelegt. Sicherheitsratssprecher Andrej Lyssenko meinte aber, die Feuerpause gelte einen Tag, danach werde die Lage neu bewertet.

Separatistenführer Andrej Purgin sagte: "Unsere Kämpfer wurden angewiesen, das Feuer nicht zu eröffnen, solange die Gegenseite sich an die Waffenruhe hält." Wenn zwei Tage nicht gekämpft werde, könnten auch andere Punkte der Minsker Vereinbarungen vom September umgesetzt werden.

Ende dieser Woche könnten neue Gespräche der Konfliktparteien in der weißrussischen Hauptstadt stattfinden. Der russische Abgeordnete Leonid Sluzky nannte als möglichen Termin Donnerstag, den 11. Dezember. Russland sitzt mit den Konfliktparteien und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Verhandlungstisch. Auch der 12. Dezember, Freitag, war im Gespräch.

Die Aufständischen erklärten sich zu dem Treffen bereit. Der Zeitpunkt sei jedoch noch nicht festgelegt. Das Außenministerium in Kiew teilte mit, es hoffe, dass bald ein Datum gefunden werde.© dpa