Eklat bei der Pegida-Demo in Dresden: Der deutsch-türkische Autor Akif Pirinçci, Hauptredner auf der Pegida-Demonstration zum ersten Geburtstag der islamfeindlichen Bewegung, hatte sich auf der Kundgebung aufs Übelste im Ton vergriffen. Pirinçci sprach unter anderem davon, dass "KZs ja derzeit leider außer Betrieb" seien. Selbst für die Pegida-Demonstranten waren Teile seiner Rede nur schwer zu ertragen: Sie riefen "Keine Hetze" oder "Aufhören".

Tausende bieten Pegida am Jahrestag der Bewegung in Dresden die Stirn.

Akif Pirinçci bezeichnete bei seiner Rede in Dresden anlässlich des Jahrestags des fremdenfeindlichen Bündnisses Pegida die "Grünen" als "Kinderfickerpartei". Politiker urteilte er pauschal als "Gauleiter gegen das eigene Volk" und "irre geworden" ab.

Die Flüchtlinge, die in die Bundesrepublik kommen, nannte er "Invasoren" oder auch "dahergelaufene Flüchtlingsdarsteller". Zudem wetterte Pirinçci gegen Muslime; wirft ihnen vor, Vergewaltiger zu sein, die "Ungläubige mit ihrem Moslemsaft vollpumpen". Es drohe eine "Moslemmüllhalde" in Deutschland.

Pirinçci: KZs als "Alternative"

Pirinçci sprach zudem über CDU-Politiker Dr. Walter Lübcke, der Asylgegnern die Ausreise aus Deutschland mit den Worten "Wer diese Werte nicht vertritt, kann dieses Land jederzeit verlassen" nahegelegt haben soll.

"Offenkundig scheint man bei der Macht die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt zu haben, dass man ihm schulterzuckend die Ausreise empfehlen kann, wenn er gefälligst nicht pariert", meint Pirinçci. Anschließend entlarvt sich der türkischstämmige Autor endgültig als demagogischer Hetzer: "Es gäbe natürlich auch andere Alternativen", so Pirinçci. "Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb."

Flüchtlingshelfer sind "Vaterlandsverräter"

Daraufhin gab es Applaus und Gelächter im Publikum. Auch als Pirinçci Flüchtlingshelfer und aufgeschlossene Deutsche als "Vaterlandsverräter deutscher Herkunft" bezeichnete, die unter dem "Deckmantel einer pathologisch-masochisten Willkommenskultur und Multi-Kulti-Scheiße, Gräber für die Deutschen geschaufelt" hätten, klatschten die Pegida-Anhänger und skandierten "Volksverräter".

Doch je länger Akif Pirinçci sprach, desto mehr regte sich im Publikum der Unmut: So riefen einige Pegida-Demonstranten "Keine Hetze", andere "Aufhören". Nach etwa einer halben Stunde beendete Pegida-Gründer Lutz Bachmann angeblich aus Zeitgründen dann die Rede von Pirinçci, der bereits zuvor für migranten-, aber auch schwulenfeindliche Positionen bekannt war. (cai/ska)

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