(ae/mom) - Politikverdrossenheit ist laut "Wikipedia" eine "negative Einstellung der Bürger in Bezug auf politische Aktivitäten und Strukturen, die sich unter Umständen in Desinteresse an und Ablehnung von Politik, ihrer Institutionen und politischem Handeln äußert. Diese Haltung kann generell die ganze politische Ordnung betreffen oder sich nur auf Ergebnisse politischer Prozesse beziehen."

Um diesem Trend zumindest ein bisschen entgegenzuwirken, haben wir uns die schönsten Politikerinnen der Welt rausgesucht und versuchen anhand ihrer teilweise erstaunlichen politischen Laufbahnen eine neues Interesse an Politik zu wecken. Und falls sie die kleinen Geschichten nicht lesen wollen: Auch egal. Es merkt keiner, wenn sie sich nur durch die Bilder klicken. So oder so: Viel Spaß bei der Entdeckungsreise.

Bei unserer Suche nach den schönen Politikerinnen begeben wir uns zunächst einmal nach Südeuropa, genauer gesagt: Italien. Mara Carfagna ist in Silvio Berlusconis viertem Kabinett seit Mai 2008 Ministerin für Gleichstellungsfragen. Was sie dafür qualifiziert?

Sie versuchte 1997 Miss Italien zu werden, wurde allerdings nur Sechste. Von 2000 bis 2006 war sie "hübsches Anhängsel" in der Sendung "La Domenica des Villaggio" (Der Sonntag auf dem Dorf). Danach war sie Co-Moderatorin in der Sendung "Piazza Grande".

Während dieser Zeit sorgte sie vor allem mit scharfen Aktfotos in diversen Hochglanzmagazinen für Furore. Ihre "Meisterprüfung" legte sie jedoch während einer Fernseh-Show ab, als sie zu Berlusconi sagte, sie würde mit ihm auf eine einsame Insel gehen. Silvio war derart gerührt, dass er sagte: "Mit dir würde ich überall hingehen." - Dann an das Publikum gerichtet: "Schaut sie an ... wenn ich nicht schon verheiratet wäre, würde ich sie sofort heiraten." - Naja soweit ist es nicht gekommen.

Immerhin: 2006 besorgte ihr Berlusconi einen sicheren Listenplatz. Seit 2008 sitzt sie mit ihm in der Regierung. Politisch setzt sich die früher so offenherzige Frau vehement für erzkonservative Ansichten ein. Sie findet homosexuelle Bindungen "sozial gefährlich" und lehnt eine Frauenquote in der Politik ab.

Von der politisch eher streitbaren Carfagna hinüber zu einem Darling aus Frankreich: Rama Yade. Die attraktive Politikerin wurde 1976 in Dakar geboren. Im Juni 2007 wurde die damalige Kommunikationsdirektorin des Fernsehsenders "Public Sénat" zur Staatssekretärin ins Außenministerium berufen - als erste Schwarze in Frankreich.

Fortan zuständig für auswärtige Angelegenheiten und Menschenrechte verdiente sie sich ihre ersten politischen Meriten. Mit kritischen Äußerungen über Menschenrechtsverletzungen brachte sie mehrmals Staatspräsident Sarkozy gegenüber anderen Staatspräsidenten wie Muammar al-Gaddafi in die Bredouille.

Im Zuge einer Kabinettsumbildung wurde die unbequeme Yade dann in den Sport abgeschoben. Obwohl ein Vertrauter von ihr in der "Le Monde" meinte, dass Sarkozy sie "im tiefsten Innern lieben würde", verlor sie auch dieses Amt im Jahre 2010. Bis zum Juni 2011 war sie französische Botschafterin der UNESCO.

Wir bleiben in Frankreich: Rachida Dati ist unsere nächste Schönheit aus der Politik. Die im Jahre 1965 in Saint-Rémy geborene Dati ist seit Dezember 2006 in der UMP, der "Union für eine Volksbewegung".

Dieses Parteien-Bündnis stellt seit ihrer Gründung am 23. April 2002 in Frankreich den Staatspräsidenten. Der heutige Präsident Sarkozy holte sie 2002 in sein Team, in dem sie zur Expertin für Einwanderungsfragen wurde. In exponierter Stellung trat sie erstmals im Präsidentschaftswahlkampf 2007 in Erscheinung. Für den damaligen Kandidaten Nicolas Sarkozy fungierte sie als Sprecherin. Vom 18. Mai 2007 bis zum 23. Juni 2009 war sie Justizministerin.

Im Sommer des gleichen Jahres kandidierte sie erfolgreich bei der Europawahl. Sie hat zehn Geschwister und wuchs in einer Sozialbauwohnung auf. Um ihre Ausbildung zu finanzieren arbeitete sie tagsüber unter anderem als Putzfrau, in der Nacht als Krankenschwester.

Von Südeuropa wandern wir bei unserer Suche nach den Schönheiten in der Politik in Richtung Osten und landen in der Ukraine bei Julia Timoschenko. Die Frau mit dem Haarkranz war von Januar bis September 2005 und von Dezember 2007 bis März 2010 Premierministerin der Ukraine.

Die erfolgreiche Unternehmerin zog im Jahre 1996 in das Parlament ein, 1999 gründetet sie mit Weggefährten die Partei "Batkiwschtschyna", deren Vorsitzende sie bis heute ist. Immer mal wieder wurde gegen sie wegen Bestechung, Steuerhinterziehung und Urkundenfälschung ermittelt.

Von Osteuropa wechseln wir ganz flugs mal den Kontinent und landen in Südamerika. In Argentinien und bei der rassigen Cristina Fernández de Kirchner. Kirchner ist seit dem 10. Dezember 2007 Präsidentin der Gauchos.

Sie trat damit die Nachfolge ihre Mannes Néstor Kirchner an, der im Jahr 2010 verstorben ist. Schon in den 1970er Jahren trat sie der Peronistischen Partei bei. Mit der gewonnenen Bürgermeisterwahl ihres Mannes in Rio Gallegos im Jahre 1987 trat sie auch aktiv auf der politischen Bühne auf.

Mit den Programmpunkten "Wiedererlangung unseres Selbstwertgefühls, Arbeit und Arbeitsplätze" gewann sie die Präsidentschaftswahlen 2007 schließlich klar. Mittlerweile ist ihr Stern nicht mehr so leuchtend: Korruptions- und Bereicherungsvorwürfe tauchen immer mal wieder auf.

Von Südamerika springen wir wieder zurück und landen in Russland bei Alina Kabaeva. Die 28 Jahre alte Russin sorgte vor allem in der Rhythmischen Sportgymnastik für Furore und gilt in dieser Disziplin als bis heute beste ihres Landes. Sie gewann zwei Olympiamedaillen, 18 Weltmeisterschaften und 25 Europameisterschaften.

Und was macht man nach der aktiven Sportler-Karriere? Na klar, man geht in die Politik! Seit der Gründung im Jahre 2005 sitzt die schöne Alina in der "Gesellschaftlichen Kammer Russlands". Diese soll vor allem die Interessen der Bürger wahren und den Demokratisierungsprozess in Russland unterstützen. Inhaltlich besonders hervorgetan hat sie sich hier zwar nicht, doch seit 2007 sitzt sie für die konservative Partei "Einiges Russland" im russischen Parlament, der Staatsduma.

Der Parteivorsitzende Wladimir Putin wird schon wissen, was sie dafür qualifiziert hat. "Man will ja auch was für das Auge haben", könnte man spöttisch meinen. Für Furore sorgten Schlagzeilen im Jahre 2008, als behauptet wurde, dass eine Heirat mit Putin kurz bevorstehe. Dies dementierte Putin allerdings postwendend auf einer Pressekonferenz, die er gerade mit Silvio Berlusconi (!) abhielt.

Die Zeitung "Moskovsky Korrespondent", die im selben Jahr als einzige in Russland berichtet hatte, dass Kabaeva und Putin ein gemeinsames Kind hätten, ist übrigens komplett eingestampft worden. Davor und danach wagte keine heimische Publikation mehr, das Kind von Kabaeva auch nur zu erwähnen. Zuletzt sorgte Kabaeva im Januar 2011 als Titelmädchen der russischen Vogue für erhitzte Gemüter in der Heimat.

Von den wilden Geschichten rund um die schöne Russin schauen wir wieder in den Westen, genauer gesagt nach Frankreich und kommen zu Ségolène Royal. Die in Dakar geborene Sozialistin trat erstmals 2007 in die Weltöffentlichkeit, als sie für die Sozialistische Partei (PS) als Spitzenkandidatin zur Präsidentschaftswahl antrat.

Damals setzte sich die 57 Jahre alte Politikerin übrigens in der parteiinternen Wahl gegen Dominique Strauss-Kahn durch. In der späteren Stichwahl um das Amt des Staatspräsidenten am 6. Mai 2007 unterlag die Offizierstochter jedoch Nicolas Sarkozy.

Im November 2010 erklärte sie, dass sie erneut als Kandidatin für ihre Partei für die Präsidentschaftswahlen 2012 antreten werde.

Umstritten ist unsere nächste Schönheit: Sarah Palin. Die US-amerikanische Politikerin sorgt mit ihren ultra-konservativen Einstellungen sogar in ihrer eigenen Partei, den Republikanern, für hitzige Debatten. Dabei geht es jedoch nicht um ihre kühle "Sekretärinnen-Erotik", sondern um heikle Themen wie Krieg gegen den Iran und einen "gottgewollten Krieg gegen den Irak".

Auch ihre strikte Ablehnung einer Einschränkung der Waffengesetze, von Abtreibungen, auch bei Vergewaltigungsopfern und Inzestschwangerschaften, und ihre ablehnende Einstellung zu gleichgeschlechtlichen Ehen untermauern, dass sie sich der "Reagan-Tradition" verbunden fühlt. Als Gouverneurin Alaskas (2006 - 2009) setzte sie sich für eine Änderung der Verfassung des US-Bundesstaates ein, die eine Ehe nur zwischen Frau und Mann festschreibt.

Darüberhinaus ist sie Befürworterin der Todesstrafe. Bei den Präsidentschaftswahlen im Jahre 2008 war sie an der Seite von John McCain Kandidatin für die Vizepräsidentschaft. In diesem Jahr verzeichnete "Sarah Palin" bei Google eine größere Steigerungsrate bei den Suchbegriffen als "Barack Obama".

Eine weitere nette Anekdote: Am Tag der Präsidentschaftswahl brachte Pornokönig Larry Flint den "Erwachsenenfilm" "Who's Nailin' Paylin?" heraus. Ob man es wirklich wissen will? Achja, ihr Mann Todd gewann vier Mal den Tesoro Iron Dog - mit 2.000 Meilen das weltweit längste Schneemobilrennen.

Zur nächsten Dame, über deren Schönheit es eigentlich keine zwei Meinungen geben kann: Rania von Jordanien. Die 40 Jahre alte Königin ist eigentlich keine klassische Politikerin, doch bei ihr mussten wir eine Ausnahme machen.

Zusammen mit ihrem Mann, König Abdullah II, den sie 1993 heiratete, hat sie vier Kinder. Mit der Thronbesteigung ihres Mannes ist sie seit 1999 die Königin von Jordanien. Neben repräsentativen Aufgaben setzt sie sich vor allem für Bildung und Gleichberechtigung ein und engagiert sich in den SOS-Kinderdörfern.

Dass sie keine Berührungsängste hat, beweist sie medial. Sie hat einen eigenen You-Tube-Kanal, einen Facebook-Account und auf Twitter kann man ihr unter @QueenRania folgen.

Der nächste Hingucker ist die große Politaufsteigerin in Pakistan: Hina Rabbani Khar. Seit Februar 2011 ist sie kommissarische Außenministerin ihres Landes, als erste Frau überhaupt. Am 20. Juli wurde sie offiziell vereidigt.

Mit 34 Jahren ist sie zudem das jüngste Mitglied im Kabinett. Khar ist verheiratet und machte ihren Master-Abschluss in Management im Jahre 2001 an der Universität von Massachusetts. Ein Jahr später war sie Mitglied in der Nationalversammlung Pakistans. Politisch noch ein relativ unbeschriebenes Blatt, werden wir sie im Auge behalten. Ganz bestimmt ...

Sie gilt als eine der schönsten Politikerinnen überhaupt: Yuri Fujikawa aus Japan. Die Asiatin sitzt im Stadtrat von Hachinohe, in der Aomori Präfektur. Hachinohe ist eine Hafenstadt im Nordosten Japans und zählt 243.000 Einwohner.

Die 31 Jahre alte konservative Politikerin ist Mitglied der Liberaldemokratischen Partei (LDP), die als pro-amerikanisch gilt. Die LDP stellte von 1955 bis ins Jahr 2009 die Regierung; lediglich unterbrochen in den Jahren 1993/94. Aufgrund dieser langen Regierungszeit und der wirtschaftsnahen Politik hat sie immer wieder mit Korruptionsvorwürfen zu kämpfen. Die junge Kujikawa ist jedoch zumindest in diesem Bereich ein unbeschriebenes Blatt.

Ihr Vater, der als Vize dem Stadtrat angehört, wollte eigentlich, dass sie Hausfrau wird. Doch während seiner Wahlkampagne 2007 erwies sie sich beim Stimmenfang als nützliche Helferin. Ihr Vater verlor zwar die Wahl, doch ihr Ehrgeiz war geweckt. Angeblich soll sie noch am Abend der Wahlpleite ihres Vaters in ein Fotostudio gegangen sein, um Aufnahmen für ihre Wahlplakate zu machen - für die anstehenden Wahlen 14 Tage später.

Am Tag der Regionalwahl am 22. April 2007 soll Fujikawa in einem Raum ohne TV auf die Ergebnisse gewartet haben. Als die Zählung beendet war, erreichte Fujikawa die frohe Nachricht ihres Sieges. Aufgrund vieler Stimmen gerade bei jüngeren Wählern stellte sie mit 3.665 von 6.962 Stimmen einen neuen Rekord auf. Aber mal ehrlich: Wundern muss man sich darüber doch nun nicht wirklich, oder? Politisch setzt sie sich übrigens besonders für den Umweltschutz ein.

Doch auch in Deutschland müssen sich unsere Politikerinnen nicht verstecken. Der Klassiker, der auf keinen Fall fehlen darf, wenn es um schöne Politikerinnen geht: Agnes Krumwiede. Die Politikerin sitzt seit 2009 für die Grünen im Deutschen Bundestag.

Die "Bild"-Zeitung wählte sie zur "Miss Bundestag". Krumwiede ist Diplom-Musikerin und Pianistin mit einem Konzertexamen. Die 34 Jahre alte Politikerin ist Gründungsmitglied der Grünen Jugend in Ingolstadt. Sie ist Obfrau ihrer Fraktion im Ausschuss für Kultur und Medien und fungiert als Sprecherin für Kulturpolitik der Bundestagsfraktion der Grünen.

Auch die Linken haben einen Schatz in ihren Reihen: Julia Bonk. Die 25 Jahre alte Politikerin ist seit 2004 Mitglied des Sächsischen Landtags. Für Diskussionsstoff sorgte sie bundesweit, als sie gleich am Anfang ihrer Landtagsarbeit die Freigabe von "illegalisierten" Drogen forderte - bei einer gestaffelten Altersgrenze ab 14 Jahren.

Die Rothaarige wollte Cannabis, Marihuana und Heroin legalisieren. "Cannabis ist total gesund, macht körperlich nicht abhängig", wurde sie damals bei "Bild.de" zitiert. Und das laut "Neues Deutschland" "schönste Gesicht des Sozialismus" legte nach und erklärte: "Heroin macht in reiner Form nicht abhängig. Nur wenn es gemischt wird." Im Juni 2006 störte sie das Sommermärchen in Deutschland mit ihrer Forderung: "Die Deutschlandfahne muss weg."

Die Flagge stehe für Fremdenhass und Nationalsozialismus, meinte sie und offerierte eine Umtauschaktion an: Jeder der drei Fahnen abgeben würde, bekomme ein T-Shirt mit der Aufschrift "Nazis raus aus den Köpfen" und eine DVD. Nicht nur von den anderen Parteien, auch aus den eigenen Reihen setzte es heftige Kritik. Hinter der Hand wurde getuschelt: Sie sei "jung, hübsch, dumm" und "geschichtsblind". Mittlerweile ist sie zumindest öffentlich ruhiger geworden.

Kommen wir zur nächsten Politikerin: Manuela Schwesig von der SPD. Die in Frankfurt (Oder) geborene Diplom-Finanzwirtin (FH) ist seit dem 13. November 2009 eine der stellvertretenden Bundesvorsitzenden ihrer Partei.

Darüberhinaus ist sie Ministerin für Soziales und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern. Die attraktive Blondine arbeitete zunächst im Finanzamt Schwerin, später im Finanzministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Im "Kompetenzteam" von Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier zur Bundestagswahl 2009 war sie mit dem Bereich Familie und Soziales betreut. Besonders setzt sie sich für den Kinderschutz ein. Schwesig ist verheiratet und hat einen Sohn.

Kommen wir nun zum schönsten Gesicht der CSU: Dorothee Bär. Die Diplom-Politologin wurde am 19. April 1978 in Bamberg geboren. Schon während ihrer Schulzeit trat sie als 14 Jahre altes Mädchen in die Junge Union ein, zwei Jahre später auch in die CSU. Seit Februar 2009 ist die dunkelhaarige Bär stellvertretende Generalsekretärin der Christlich-Sozialen Union in Bayern.

Als Direktkandidatin wurde sie im gleichen Jahr in den Bundestag gewählt. Mittlerweile ist sie Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, im Ausschuss für Kultur und Medien sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Gesundheit.

Nicht wenige vergleichen die engagierte Politikerin mit Karl-Theodor zu Guttenberg. Der Unterschied: Sie soll ein Happy-End schreiben.

Dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt, erfährt man, wenn man ihrem Twitter-Account folgt (@DoroBaer). Am 24. Juli postete sie über die Tat in Norwegen das, was viele Menschen dachten: "Ich kenne nicht einen Namen der über 90 Toten, aber der dieses Scheiß Attentäters steht in jedem tweet!"

Achja, die Linke hat ja noch eine Perle: Katja Kipping. Die geborene Dresdnerin ist seit dem 16. Juni 2007 stellvertretende Bundesvorsitzende ihrer Partei und Mitglied des Deutschen Bundestages.

Über den Stadtrat ihrer Heimatstadt, den Sächsischen Landtag und weitere Stationen zog sie schließlich 2005 in den Deutschen Bundestag ein. Zu ihren Hauptthemen gehört ein bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von 950,- Euro.

Darüberhinaus gilt sie als strikte Hartz-IV-Gegnerin. Für die Zeitschrift "Prager Frühling" (Untertitel: "Magazin für Freiheit und Sozialismus") arbeitet sie zusammen mit anderen Parteimitgliedern als Redakteurin.

Über ihre auffällige Haarfarbe meinte sie einmal in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung": "In Wirklichkeit bin ich dreckigblond. Aber ich hab mir die Haare schon mal zu Abiturzeiten gefärbt, als an Parteimitgliedschaft nicht zu denken war. Das war eigentlich ein Gag auf der Geburtstagsfeier einer Freundin." Uns gefällt der Gag immer noch ...

Kommen wir noch einmal auf die SPD zurück. Franziska Drohsel muss man nennen, wenn man auf die Schönheiten in der Politik zu sprechen kommt. Die Berlinerin ist 31 Jahre alt und war vom 24. November 2007 bis zum 18. Juni 2010 Bundesvorsitzende der Jusos.

Die studierte Rechtswissenschaftlerin trat bereits mit 15 Jahren bei den Jusos ein, seit 2001 gehört sie auch der SPD an. Mit 75,6 Prozent der Stimmen legte sie bei der Wahl zur Bundesvorsitzenden der Jusos am 24. November 2007 das beste Ergebnis aller Kandidaten seit dem Jahr 1969 hin. Sie setzt sich für Koalitionen mit der Links-Partei auf Bundesebene ein und meinte in einem Interview mit dem Magazin "Cicero": "Eines meiner drei wichtigsten politischen Ziele ist die Überwindung des Kapitalismus."

Dies und ihre vorübergehende Mitgliedschaft bei der "Roten Hilfe e.V." sorgte für Kontroversen.

In einem Artikel in der Zeitung "Die Welt" kritisierte der Publizist Richard Herzinger Drohsel scharf. Sie sei keine "Sozialdemokratin", sondern eine "radikale Gefühlssozialistin und idealistische Überzeugungstäterin", fernab von jeglicher Realpolitik und "von einer beinahe schon wieder charmant wirkenden naiven Konsequenz." Wir mögen dich trotzdem - oder doch gerade deshalb?

Kommen wir - politisch gesehen - an das andere Ende der Skala: Dagmar Wöhrl von der CSU. Ältere Semester werden sich vielleicht an die Erotikkomödie "Die Stoßburg" aus dem Jahre 1973 erinnern, in der sie in einer Nebenrolle zu sehen war. Im gleichen Jahr stand sie im Finale der Miss-Germany-Wahl.

Im Jahre 1977 trat sie erneut zur Wahl an und gewann den Wettbewerb. Im gleichen Jahr landete sie bei der Wahl zur "Miss International" in Tokio auf dem zweiten Platz, bei der Wahl zur "Miss World" auf Rang 3. Die studierte Rechtswissenschaftlerin ist seit 1984 mit dem erfolgreichen Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl verheiratet.

Über ihre Tätigkeit im Stadtrat von Nürnberg wurde sie ab 1994 Mitglied des Deutschen Bundestages. Unter anderem war sie wirtschaftspolitische Sprecherin der CSU-Landesgruppe und der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

In der aktuellen Legislaturperiode ist sie u.a. Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Diverse Ehrenämter dokumentieren ihr Engagement auf allen Gebieten. Sie beweist: Auch mit 57 Jahren kann man für jede Menge Glanz sorgen.

Schauen wir noch einmal kurz in ein Nachbarland, Österreich: Hier stechen zwei Schönheiten aus der Politik ins Auge: Zunächst einmal Eva Glawischnig-Piesczek.

Die 42 Jahre alte Politikerin ist seit 17. Januar 2009 Bundessprecherin der Grünen. In ihrer Dissertation widmete sie sich 1999 dem Problem der grenznahen Atomkraftwerke. Dies gipfelte darin, dass sie im Anschluss daran eine Klage gegen das slowakische Kernkraftwerk Mochovce einreichte.

In zweiter Instanz wurde die Klage jedoch abgewiesen, "da Sicherheitsmängel nicht konkret nachweisbar" waren. Privat ist die Parteichefin der Grünen mit dem österreichischen Fernsehmoderator und ATV-Sportjournalisten Volker Piesczek verheiratet.

Ihre erste Schwangerschaft verriet sie im Oktober 2005 in einer Society-Talkshow des Radiosenders Ö3 - dies sorgte damals für jede Menge Diskussionen im Nachbarland.

Schauen wir nach Österreich, darf natürlich Laura Rudas nicht fehlen. Die freche Wienerin ist Mitglied in der SPÖ und Abgeordnete im Nationalrat. Ihre ersten Sporen verdiente sich die 30 Jahre alte Politikwissenschaftlerin in der Wiener SPÖ-Bezirksorganisation und in der Sozialistischen Jugend Rudolfsheim-Fünfhaus.

Ihr Aufstieg ging rasant weiter. Seit November 2008 hat sie gemeinsam mit Günther Kräuter die Bundesgeschäftsführung der Sozialdemokratischen Partei Österreichs übernommen. Mit 22 Jahren war sie jüngste Wiener Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete.

Dass sie keine Berührungsängste hat und offen auf Menschen zugeht, beweist eine nette Anekdote: Bei einem vereinbarten Interview sprach Rudas ihre Interviewpartnerin, obwohl man sich vollkommen unbekannt war, gleich mit einem kumpelhaften "Du" an. In der Politik eher eine Seltenheit. Wir finden: Sauber, Laura!