Das Säbelrasseln Moskaus geht weiter. Wie mehrere Medien berichten, will Russland Langstreckenbomber regelmäßig auf Patrouille schicken – und zwar bis in den Golf von Mexiko.

Wie unter anderem der britische "Guardian", der "Business Insider" und das "Handelsblatt" unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Associated Press berichten, soll der russische Verteidigungsminister Sergei Kuschugetowitsch Schoigu die militärischen Aktionen am Mittwoch angekündigt haben. Sie würden als Antwort auf entsprechende Nato-Berichte verstanden, wonach es russische Militär-Aktionen im Luftraum des Schwarzen Meeres, des Baltischen Meeres und der Nordsee gegeben habe. Die Nato kritisiert die Manöver als "ungewöhnlich".

Russland hat in den vergangenen Tagen am Rande des europäischen Luftraums so viele Militärmaschinen fliegen lassen wie lange nicht. Die Nato machte die Einsätze daraufhin öffentlich. Unklar sind die Hintergründe der Aktion: Wollte Putin nur die Reaktionsfähigkeit der Nato testen - oder steckt doch mehr dahinter?

Bis an die US-Grenze

Den Berichten zufolge hat Schoigu angekündigt, dass russische Langstreckenbomber entlang russischer Grenzen und über dem Arktischen Ozean patrouillieren werden. In der aktuellen Situation müsste Russland militärische Präsenz im westlichen Atlantik und Ostpazifik sowie der Karibik und im Golf von Mexiko zeigen. Moskau würde demnach seine Aktionen bis an die US-Grenze ausweiten.

Die Berichte sind bisher von russischer Seite nicht bestätigt. Weder auf der offiziellen Seite der Regierung finden sich entsprechende Meldungen, noch berichtet die Nachrichtenagentur Itar Tass.

Warum lässt Putin seine Militärjets über West-Europa fliegen?

Der Konfrontationskurs zwischen Russland und der Nato dürfte dennoch weitergehen. Anfang September beschlossen die 28 Nato-Staats- und Regierungschefs, erstmals seit Ende des Kalten Krieges wieder gegen Russland aufzurüsten. Als Konsequenz aus der Ukraine-Krise setzt die Allianz auf Abschreckung: Truppenstandorte werden verstärkt, eine schlagkräftige "Speerspitze" der Schnellen Eingreiftruppe (Nato Response Force) mit 3.000 bis 5.000 Soldaten wird aufgebaut. (far/dpa)