Gegenwind für die geplanten Strafmaßnahmen gegen das Assad-Regime: Russland verlegt Kriegsschiffe ins östliche Mittelmeer und könnte den Konflikt in Syrien damit auf das Niveau eines Stellvertreterkrieges heben. Auch China warnt vor einem Militärschlag. Überdenkt US-Präsident Barack Obama seine Entscheidung?

Der Raketenkreuzer "Moskwa" sowie ein U-Boot-Abwehrschiff sollten sich zum Schutz der russischen Marinebasis in der syrischen Hafenstadt Tartus vor der Küste bereithalten, sagte ein Sprecher der Kriegsmarine der Agentur Interfax. Auch der Lenkwaffenkreuzer "Warjag" soll demnächst Kurs in das Gebiet nehmen. "Die sich zuspitzende Lage in der Region erfordert eine verstärkte Präsenz", sagte der Mitarbeiter.

Russland als Partner des syrischen Regimes hatte bislang allerdings stets betont, sich an möglichen Kampfhandlungen in dem Bürgerkriegsland nicht beteiligen zu wollen. Auch China, zweite Vetomacht im UN-Sicherheitsrat, die noch zu Assad steht, warnt vor einem Militärschlag gegen Syrien.

Eine internationale Intervention gegen Syriens Machthaber Baschar al-Assad werde die ganze Region nur in noch mehr Instabilität stürzen, warnte Chinas Außenminister Wang Yi: "Eine externe militärische Einmischung ist gegen die Absicht der UN-Charta und die grundsätzlichen Prinzipien der internationalen Beziehungen", sagte der Minister laut einer Mitteilung auf der Internetseite des Ministeriums.

Peking hatte den UN-Ermittlern seine Unterstützung ausgesprochen, seine weiteren Positionen jedoch zunächst offengelassen. Staatsmedien kritisierten am Donnerstag das Vorgehen der USA. "Die USA können einen möglichen Schlag gegen Syrien nicht rechtfertigen", schrieb die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua in einem Kommentar. Das weitere Vorgehen müsse über die Vereinten Nationen entschieden werden. Aber mit ihrem Angriff auf den Irak 2003 hätten die USA bereits gezeigt, dass sie auch ohne Beweise und ohne UN-Mandat in den Krieg ziehen.

Als Vetomächte im UN-Sicherheitsrat können Peking und Moskau eine Resolution gegen Syrien blockieren. Die USA, Großbritannien und Frankreich haben jedoch bereits deutlich gemacht, dass sie auch ohne UN-Mandat handeln könnten. In dem seit mehr als zwei Jahren andauernden syrischen Bürgerkrieg mit mehr als 100.000 Toten hatte Obama einen Giftgaseinsatz als "rote Linie" bezeichnet. Eine Position, die ihn nun förmlich zum Handeln zwingt, will er nicht an Glaubwürdigkeit verlieren. (jfi/dpa)