Die 62 reichsten Personen besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Die Hilfsorganisation Oxfam kritisiert anhand dieser unfassbaren Statistik die ungleiche Verteilung des Reichtums auf der Welt. Vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos regt sich weltweit Unmut über das weltweite Ungleichgewicht, das durch die Finanzkrise noch verschärft wurde.

Vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos werden Rufe nach ernsthaften Maßnahmen gegen die soziale Ungleichheit laut. Die seit der globalen Finanzkrise wachsende Schere zwischen Arm und Reich drohe die Bemühungen um eine Reduzierung der globalen Not zu untergraben und den Aufstieg populistischer Politiker zu fördern, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der Hilfsorganisation Oxfam.

Nun distanziert sich auch Vizekanzler Gabriel von Merkels Politik.

Demnach hat das Problem dramatische Ausmaße angenommen: Nur 62 Personen verfügten über genauso viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Erdbevölkerung zusammen. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren, als sich die Weltkonjunktur von der tiefsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg zu erholen begann, waren es noch 388 Superreiche.

Nach Angaben von Oxfam ging das Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung - also mehr als 3,6 Milliarden Menschen - seit 2010 um eine Billion Dollar oder 41 Prozent zurück. Der Reichtum der Elite sei hingegen um rund eine halbe Billion Dollar angewachsen.

Zwar käme inzwischen in Davos auch die soziale Ungleichheit zur Sprache, doch müssten die Verantwortlichen mehr tun, als das Problem nur einzuräumen - insbesondere wenn sie Zielmarken zur Verringerung der Armut einhalten wollten, mahnte Oxfam.

«Es ist schlicht inakzeptabel, dass die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung nicht mehr besitzt als ein paar Dutzend superreiche Menschen, die in einen Bus passen würden», sagte Winnie Byanyima, Exekutivdirektorin der Hilfsorganisation. Auch sie wird in diesmal erneut in Davos erwartet, nachdem sie im vergangenen Jahr Co-Vorsitzende der Veranstaltung war.© dpa