Die langersehnte Hilfslieferung für Tausende Hungernde ist in der belagerten syrischen Stadt Madaja eingetroffen. Die ersten Lastwagen des Konvois mit insgesamt 330 Tonnen Nahrung und Medikamenten erreichten am Montagnachmittag die Stadt im Westen Syriens, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mitteilte.

In Madaja das seit einem halben Jahr von Regierungstruppen eingeschlossen ist, warten insgesamt bis zu 40.000 Menschen auf die Hilfsgüter. Das gezielte Aushungern von Zivilisten gilt völkerrechtlich als Kriegsverbrechen.

Wir haben mit der Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor über die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln gesprochen. Sie warnt vor voreiligen Schlüssen, Stigmatisierung und sieht die deutsche Gesellschaft in Gefahr.

Es könnte Stunden dauern, bis alle Laster ihre Ladung in den Ort gebracht haben.

Zeitgleich wurden Hilfen in die von Rebellen belagerten Orte Fua und Kefraja im Nordwesten Syriens gebracht. Diese Dörfer werden von Regierungstruppen gehalten.

Die Lieferungen in Madaja und den beiden Dörfern gehen auf eine von den Vereinten Nationen vermittelte Abmachung zwischen dem Regime von Baschar al-Assad und Rebellen zurück.

"Fluchtursachen bekämpfen" und "Zusammenarbeit mit den Transitländern" lauten Zauberformeln in der Flüchtlingsdebatte. Trotz winterlicher Temperaturen sind aber nach wie vor Tausende auf der Balkanroute unterwegs. Versiegt der Zustrom im neuen Jahr?

In Madaja starben seit Dezember nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mindestens 28 Menschen wegen Mangelernährung. Bilder von bis auf die Knochen abgemagerten Menschen hatten international Entsetzen ausgelöst.

Hilfsorganisationen konnten nach eigenen Angaben zuletzt im Oktober Lieferungen nach Madaja bringen. Aktivisten berichteten, die Menschen ernährten sich von Blättern, Hunden und Katzen.© dpa