Präsident Putin zieht Bilanz des russischen Syrienkriegs - und schickt trotz Teilabzug der Luftwaffe eine Warnung an Assads Gegner: Das Engagement der Streitkräfte sei noch nicht beendet.

Russlands Präsident Wladimir Putin sieht seine Ziele nach fünf Monaten Bombenkrieg in Syrien erreicht. Man habe das Regime von Präsident Baschar al-Assad entscheidend gestärkt, sagte er im Kreml bei einer Ehrung von Soldaten, die in Syrien eingesetzt waren. Außerdem erklärte Putin, das Engagement der Streitkräfte in Syrien sei mit dem Teilabzug vom Montag nicht beendet.

Russlands Rückzug aus Syrien ist ein Paukenschlag. Das steckt dahinter.

"Die Schlacht gegen den Terrorismus in Syrien wird weitergehen", sagte Putin. Die russische Luftwaffe könne wenn nötig "binnen weniger Stunden" wieder auf die Präsenz vor dem Teilabzug aufgestockt werden. Auch würden sich russische Flugzeuge weiter an der Kontrolle der brüchigen Waffenruhe in dem Land beteiligen.

Putin bestätigte, dass seine Streitkräfte die Luftwaffenbasis Hamaimim und die Marinebasis im Hafen von Tartus weiter betreiben werden - der Teilabzug in dieser Woche ist also kein Rückzug aus der Region. Zu dem fünfmonatigen Kampfeinsatz der russischen Militärs sagte er außerdem, der Syrienkrieg sei "besseres Training für russische Einsatzkräfte als Kriegsmanöver". Der Präsident sagte außerdem, der Krieg habe Russland rund 426 Millionen Euro gekostet.

Putin droht Assads Gegnern: "Unsere Partner sind gewarnt"

Nicht nur an die Gegner Assads in Syrien, auch an die Adresse der USA, Saudi-Arabiens und der Türkei richtete Putin drohende Worte, ohne die Länder direkt zu nennen. Russische S-400-Luftabwehrraketen würden in Syrien verbleiben. Damit ist eine Flugverbotszone über Syrien, wie sie westliche Staaten früher ins Gespräch gebracht hatten, ohne Russlands Zustimmung unmöglich.

Syrien-Konflikt: Zahlen zur humanitären Katastrophe

Der Krieg in Syrien wütet seit über fünf Jahren. Land und Bevölkerung leiden immens unter dem Konflikt. Der "Think Tank Syrian Center for Policy Research" hat in seinem jüngsten Bericht das Ausmaß der humanitären Katastrophe in Zahlen zusammengetragen. © 1&1 Mail & Media

Der Agentur Ria Nowosti sagte Putin dazu wörtlich: "Alle Partner sind gewarnt und wissen: Unsere Luftabwehrsysteme werden Anwendung finden gegen jegliche Ziele, die wir für eine Gefahr für unsere russischen Soldaten halten. Ich will unterstreichen: gegen jegliche Ziele."

Die Türkei führt im Norden Syriens vom eigenen Territorium aus Krieg gegen kurdische Milizen. Ende November hatte die türkische Luftabwehr ein russisches Kampfflugzeug über Nordsyrien abgeschossen, das kurzzeitig den türkischen Luftraum verletzt hatte.© SPIEGEL ONLINE