Bei einem Luftangriff im Norden Syriens ist ein Krankenhaus der Organisation Ärzte ohne Grenzen zerstört worden. Dabei soll es es Tote und Verletzte gegeben haben. Ersten Meldungen zufolge wurde der Angriff von russischen Flugzeugen geflogen.

Bei einem Luftangriff im Nordwesten Syriens ist ein von Ärzte ohne Grenzen (MSF) unterstütztes Krankenhaus nach Angaben der Hilfsorganisation zerstört worden. Die Einrichtung sei am Montagmorgen in der Provinz Idlib bei Bombardements getroffen worden, teilte Ärzte ohne Grenzen mit.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von mindestens neun Toten. Die Zahl der Toten könne steigen, da noch Opfer unter den Trümmern vermutet würden.

Die Organisation geht davon aus, dass die Luftschläge von russischen Kampfjets ausgeführt wurden. Von russischer Seite gab es zu dem Vorfall zunächst keine Angaben.

Ärzte ohne Grenzen erhebt schweren Vorwurf

"Dies scheint ein gezielter Angriff auf eine Gesundheitseinrichtung gewesen zu sein, und wir verurteilen dies aufs Schärfste", sagt der Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen, Massimiliano Rebaudengo.

"Die Zerstörung des Krankenhauses lässt eine lokale Bevölkerung von rund 40.000 Menschen ohne Zugang zu medizinischer Versorgung zurück, in einer aktiven Konfliktzone."

Über ein Zehntel aller Syrer ist tot oder verletzt, das Land fast völlig zerstört.

Insgesamt hätten in dem Krankenhaus 54 Menschen gearbeitet. Es umfasst 30 Betten. Das Krankenhaus sei nach Angaben von Personal vor Ort bei zwei Angriffen innerhalb weniger Minuten viermal getroffen worden.

MSF unterstützt die Einrichtung seit September unter anderem mit medizinischen Hilfsmitteln. Insgesamt unterstützt MSF in Syrien mehr als 150 Krankenhäuser. Seit Jahresbeginn wurden fünf davon bei Angriffen beschädigt.

Erst vor wenigen Tagen waren bei einem Luftangriff auf eine von MSF unterstützte Klinik im Süden Syriens drei Menschen gestorben. Im Oktober hatte Russland dementiert, für eine Attacke auf ein Krankenhaus in Idlib mit 13 Toten verantwortlich gewesen zu sein. (ska/far/dpa)