Die radikal-islamischen Taliban haben in der umkämpften südafghanischen Provinz Helmand eine neue Offensive gestartet.

Am frühen Mittwochmorgen hätten sie aus drei Richtungen das Zentrum des Gereschk-Bezirks angegriffen, sagte der Sprecher des Gouverneurs der Provinz, Amar Zwak. Informationen zu Opfern gebe es noch nicht.

Ein Talibankommandeur in Helmand sagte der Deutschen Presse-Agentur, es seien zehn Gruppen von 40 bis 50 Kämpfern unterwegs. Es sei nicht geplant, Verstärkung zu schicken. "Diese Kämpfer werden entweder den Distrikt erobern oder kämpfen, bis sie sterben."

Talibanssprecher Kari Jusuf Ahamdi twitterte, die Kämpfer hätten das Büro des Bezirksgouverneurs, die Polizeistation und "mehrere andere Posten" angegriffen.

Ein Mitglied des Provinzrats, der derzeit in Gereschk ist, Rasia Balutsch, sagte, "mindestens drei Selbstmordattentäter" hätten sich in die Luft gesprengt. Armee-Helikopter brächten Truppen. Es seien schwere Gefechte im Gang.

Kampf um Helmland dauert schon Monate

Die Taliban wollen in Helmand einen Staat im Staat für sich erkämpfen, sagen Experten. Obwohl die Gefechte seit Monaten andauern, konnten sie bisher nicht zurückgeschlagen werden.

Vor zwei Wochen hatten sich die schwer strapazierten afghanischen Streitkräfte aus den letzten Stellungen in den seit längerem von Taliban kontrollierten Bezirken Musa Kala und Nausad zurückziehen müssen.

Der Plan ist, vor der Frühjahrsoffensive der Taliban Kräfte besser zu bündeln. Laut Nato-Sprecher Wilson Shoffner fehlen im Kampf gegen die Extremisten etwa 25.000 Mann.© dpa