Terroralarm in Paris - genau ein Jahr nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo". Die Polizei schießt einen Mann nieder. Seine Sprengstoffweste stellt sich aber als Attrappe heraus. Laut "Bild" hatte er ein Papier mit einer Fahne der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bei sich.

Am Jahrestag des Anschlags auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" hat die Pariser Polizei einen Mann mit einer Sprengstoffgürtel-Attrappe niedergeschossen.

Die "Bild" berichtet unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft, dass der Mann zudem ein Papier mit einer Fahne der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und ein Bekennerschreiben bei sich hatte. Demnach wurden Terror-Ermittlungen eingeleitet.

Polizei schießt Angreifer nieder. Mann soll "Allah ist groß" gerufen haben.

Die Identität des Angreifers, der mit einem Messer bewaffnet gewesen sein soll und "Allah ist groß" gerufen habe, sei jedoch noch nicht geklärt.

Pierre-Henry Brandet, ein Sprecher des französischen Innenministeriums, sagte am Donnerstag dem Sender BFMTV, dass der Mann nach ersten Informationen versucht hatte, in ein Polizeikommissariat im Norden der französischen Hauptstadt einzudringen.

Brandet erläuterte zunächst, dass der Angreifer einen Gegenstand bei sich trug, bei dem es sich möglicherweise um einen Sprengstoffgürtel handeln könnte. Bombenexperten rückten an und gaben bald Entwarnung: Das Objekt stellte sich als Attrappe heraus.

Hinweise auf Terror-Akt

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise meldete, bestand sie aus einer Tasche mit Klebeband, aus der ein Kabel herausragte. Es sei aber kein Sprengstoff gefunden worden. Der Mann, der von einem Sprengstoffroboter untersucht worden war, lag leblos auf dem Bürgersteig.

Neben München hatte Terrormiliz fünf weitere Orte in Europa im Visier.

"Es ist viel zu früh, um von einem Terrorakt zu sprechen", sagte Brandet dem Sender France Info, gab aber zu bedenken: "Man muss vorsichtig sein. Es handelt sich um einen Angriff." Mittlerweile wurden offenbar Terror-Ermittlungen eingeleitet.

Bei den Anschlägen auf "Charlie Hebdo", eine Polizistin und einen koscheren Supermarkt hatten Islamisten im Januar 2015 insgesamt 17 Menschen getötet. In den folgenden Monaten war Frankreich immer wieder das Ziel islamistischer Terroristen.

Im November schockierte die Mordserie in Paris und Saint-Denis, bei der 130 Menschen getötet wurden. Seitdem gilt in Frankreich der Ausnahmezustand.

In dieser Woche wird mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen an die Opfer der Januar-Anschläge erinnert. Am Donnerstag warb Präsident François Hollande vor Vertretern von Polizei, Gendarmerie und Militär erneut für eine Verschärfung der Sicherheitsgesetze. (cai/dpa)