Die Terrormilz "Islamischer Staat" (IS) hat sich zu dem Anschlag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta bekannt. Bei dem Attentat wurden mindestens sieben Menschen getötet, darunter vier Attentäter. Ein Deutscher wurde verletzt.

Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates (IS) hätten am Donnerstagmorgen ausländische Bürger und Sicherheitskräfte angegriffen, meldete die als Sprachrohr der Extremisten geltenden Nachrichtenagentur Al-Amak im Internet. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Diese Fragen zum Attentat sind immer noch unbeantwortet.

Die Angreifer sollen Berichten zufolge eine Granate auf einen Polizeiposten geschleudert haben. Eine weitere Detonation soll direkt vor oder in einem Café passiert sein. Nach unbestätigten Berichten sollen Bewaffnete in ein nahe gelegenes großes Einkaufszentrum geflüchtet sein.

In der Umgebung liegen zahlreiche Hotels und Bürogebäude. Die deutsche Botschaft ist nur 1.200 Meter entfernt. Jakarta ist im Gegensatz zu anderen Metropolen in Südostasien als Touristendestination nicht sehr populär.

Mindestens ein Deutscher verletzt

Bei dem Anschlag mit mehreren Explosionen und Schusswechseln kamen nach Angaben der Stadtverwaltung mindestens sieben Menschen ums Leben, darunter vier Attentäter. Mindestens ein Deutscher wurde verletzt.

Die deutsche Botschaft in Jakarta stehe mit den örtlichen Behörden in engstem Kontakt, um weitere belastbare Angaben zu erhalten. Zunächst hatte es geheißen, nach ersten Erkenntnissen der Botschaft seien keine Deutschen zu Schaden gekommen. Das Außenministerium riet, den Innenstadtbereich Jakartas vorerst zu meiden.

Indonesien ist das bevölkerungsreichste islamische Land der Welt. Rund 90 Prozent der 250 Millionen Einwohner sind Muslime. Muslimische Extremisten verübten nach der Jahrhundertwende mehrere blutige Anschläge.

2002 kamen auf der Ferieninsel Bali bei Sprengstoffanschlägen 202 Menschen um, darunter zahlreiche Touristen. Auch in Jakarta wurden mehrere blutige Anschläge auf Botschaften und Hotels verübt. Aber die Polizei hat die Terrorzellen durch einen kompromisslosen Anti-Terror-Kampf weitgehend neutralisiert.© dpa