Mogadischu (dpa) - Bei einer Serie von Anschlägen der islamistischen Terrorgruppe Al-Shabaab sind im Krisenstaat Somalia innerhalb von 48 Stunden mindestens 52 Menschen ums Leben gekommen.

Mindestens 100 weitere Menschen wurden nach offiziellen Angaben bei Explosionen in der Hauptstadt Mogadischu am Freitagabend und der Stadt Baidoa am Sonntag verletzt.

Somalias Präsident Hassan Sheikh Mohamoud setzte am Montagmorgen in Mogadischu eine Sondersitzung der Regierung an, um über "schnelle Vergeltungsmaßnahmen" gegen Al-Shabaab zu beraten. Das Militär solle beauftragt werden, die Terroristen aus Gebieten im Zentrum und Süden des Landes zu verdrängen, die von der Miliz kontrolliert werden.

Am Sonntag hatte die Regierung bereits angekündigt, die Sicherheitsvorkehrungen im Land zu verschärfen. Sicherheitskräfte würden Al-Shabaab von nun an "an der Front bekämpfen", hieß es. Der Geheimdienst werde hierfür eng mit regionalen und nationalen Sicherheitskräften zusammenarbeiten. Sicherheitsminister Abdirisak Omar Mohamed forderte das Parlament auf, ein Gesetz zur Terrorismusbekämpfung zu verabschieden, das die Befugnisse der Sicherheitskräfte erweitern soll.

Ein Selbstmordattentäter hatte sich am Sonntag in dem beliebten Restaurant Beder in Baidoa, knapp 220 Kilometer westlich der Hauptstadt, in die Luft gesprengt. Kurz darauf wurde eine Autobombe vor dem Restaurant Reedo im Stadtzentrum ferngezündet. Mindestens 30 Menschen seien bei den Anschlägen getötet und mindestens 60 weitere Menschen verletzt worden, sagte der Bürgermeister der Stadt am Montag.

Zwei Tage zuvor hatte die Terrorgruppe bei einem Anschlag auf ein Luxushotel und eine Parkanlage in Mogadischu 22 Menschen getötet und mehr als 40 weitere Menschen verletzt. Unter den Opfern sollen sich Politiker, Soldaten und Beamte befinden.

Die islamistische Terrororganisation verübt immer wieder Anschläge auf Regierungseinrichtungen und Hotels in Mogadischu. Die sunnitischen Fundamentalisten kämpfen um die Vorherrschaft in dem armen Land am Horn von Afrika. Sie wollen einen sogenannten Gottesstaat errichten.© dpa