Mason Wells war am Brüsseler Flughafen, als dort zwei Bomben explodierten, er wurde schwer verletzt. Für den US-Amerikaner ist es bereits der zweite Terroranschlag, den er überlebte.

Mason Wells hatte sehr großes Glück. Und gleichzeitig auch sehr viel Pech. Der US-Amerikaner ist erst 19 Jahre alt und hat bereits zwei Terroranschläge er- und überlebt. Der 19-Jährige wurde am Brüsseler Flughafen von Bombensplittern verletzt und später operiert.

Vor drei Jahren war er beim Attentat auf den Boston-Marathon gerade so mit dem Leben davon gekommen.

Der Mormone hielt sich nun als Missionar in Brüssel auf, in vier Monaten wollte er in die Heimat zurückkehren.

Sein Vater Chad Wells sagte der Nachrichtenagentur AP, er und sein Sohn seien auch bei den Anschlägen in Boston dabei gewesen: "Ich glaube, die Erfahrung wird ihn als Mensch stärker machen."

Mason Wells stand offenbar wenige Meter von einer der beiden Bomben entfernt, die am Dienstag am Brüsseler Flughafen explodierten. Er erlitt Verbrennungen, eine gerissene Achillessehne und Verletzungen von fliegenden Bombensplittern.

Als im April 2013 eine Bombe beim Marathon in Boston drei Menschen tötete, stand Wells mit seinem Vater einen Häuserblock entfernt und schaute seiner Mutter zu, die bei dem Rennen mitlief. Er wurde nicht verletzt, spürte aber die Erschütterung der Detonation.

Auch als im November 130 Menschen bei Anschlägen in Paris umkamen, war Mason Wells aus Utah nicht gar so weit weg: Er befand sich in Frankreich, zwei Stunden entfernt von der Hauptstadt.

Wer Angst vor Terror hat, liegt laut Experten damit nicht falsch.

"Hoffentlich sind wir jetzt damit durch"

"Wir leben in einer gefährlichen Welt, in der nicht jeder nett und liebevoll ist", sagte Vater Chad Wells dem Sender ABC News. Die Erfahrung in Boston habe seinem Sohn womöglich geholfen, bei den Anschlägen in Brüssel ruhig zu bleiben.

Er liege noch im Krankenhaus, werde sich aber wohl gut erholen. "Er hatte Gottes besonderen Segen."

Den Berichten zufolge will Mason Wells, ältestes von fünf Geschwistern, im Herbst an der University of Utah Ingenieurwesen studieren. Er wolle sich noch einmal an der Akademie der US-Marine bewerben, nachdem er dort bereits einmal gescheitert war, sagte sein Vater.

Ob Wells seine zweijährige Mission als Mormone zu Ende bringt, ist noch unklar. Er war am Dienstag zum Brüsseler Flughafen gefahren, um eine französische Missionarin zu verabschieden, die auf dem Weg in die USA war. Zwei weitere Mormonen, die sie begleiteten, wurden ebenfalls schwer verletzt.

"Es ist ein wahrer Charaktertest, wie man wieder zurück auf die Beine kommt, wenn so etwas passiert ist", sagte Mason Wells' Vater. Seine Familie müsse das aber hoffentlich nicht noch einmal erleben: "Hoffentlich sind wir jetzt damit durch."

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